Samstag, 15. März 2014

Prag bis Bratislava

Lange ist es her, dass wir Prag verlassen haben. Und viel ist zumindest bei uns nicht passiert. Doch wir haben einige Erkenntnisse gewonnen. Zuerst, dass Österreich flach . Etwas erinnert mich diese Situation an Obelix Erfahrung mit der Schweiz, nur das wir bei vollen Oberschenkel-schmerzlichen Bewusstsein waren. Doch von vorne:

Am Abend vor unserer Abfahrt... nein dasswäre gelogen und man würde daraus schließen wir würden unsere Routen sorgfältig planen! also um genauer zu sein:
eine Stunde ehe wir Hostel und Wifi verlassen mussten, entschieden wir uns entgegen des ursprünglichen Plans über Brno (Brünn) doch über Österreich zu fahren, um ein weiteres Land eine weitere Grenze zu überschreiten und um 40km zu sparen. Doch kamen wir zunächst kaum aus Prag heraus.
Als es uns dann endlich doch gelang, standen uns drei öde Tage voller Bergauf- und selten auch -abfahrten bevor. Landschaftlich war es eine Mischung aus Brandenburg, Lüneburger Heide und Thüringer Wald: langweilig, meist bergig und im schlechtn Zustand gehaltene Dörfer (die Zuordnung ist jedem selbst überlassen). Die Landstrassen zwischen den Dörfern waren allerdings meist in einem gutem Zustand. Bei der Gelegenheit fiel mir auch ein, weswegen der ursprüngliche Plan über Brno ging: ab da hätten wir gemütlich verschiedene Flüsse bis Bratislava entlang radeln können. Aber so sparten wir uns 40km und erreichten grandiose Durchschnittsgeschwindigkeiten von bis zu 16km/h. Damit lagen wir rund zwei bis drei Km/h unter unseren bisherigen Leistungen, wobei wir gleichzeitig Spitzengeschwindigkeiten von über 60 Km/h erreichten.
Erst kurz hinter Opatov, an dem schönen Stausee, hatten wir die Bergkette hinter uns. Am vierten Tag, dem 13. insgesamt, ging es stetig bergab Richtung Österreich, im Schnitt mit 21km/h. So näherten wir uns schneller als erwartet der Grenze zu Österreich. Dies merkten wir nicht zuletzt daran, dass die uns ueberholenden LKWs dichter vorbeiführen (zufällig alle mit mit Österreichischem Kennzeichen) und die Dichte an Bordellen zunahm. Zumeist halten die Tschechen und auch Slowaken den fahrradfreundlichen Mindestabstand zum Überholen ein.
 
Nach den bergigen Erfahrungen in Tschechien war der von uns befahrene Teil Österreichs tatsächlich überraschend flach. Entsprechend schnell konnten wir auch dieses Land, welches uns stark an Bayern erinnerte, hinter uns lassen. 

Kaum hatten wir die Grenze in die Slowakei überschritten, nahm man auch die Änderung wahr. Wir verließen das wohlgepflegte, saubere Österreich und fanden löcherige Straßen sowie verschmutzte Straßenränder vor. Die Gebäude waren auf brandenburgischem Niveau und sahen erst um Bratilava besser aus. Der offzielle Radweg war immerhin geteert, allerdings durch Wurzelsprengung stark deformiert, sodass wir regelmäßig unser Codewort "Bumpa!" (Dänisch für das englische pendant sleeping-policemen; die offizielle deutsche Bezeichnung ist mir nicht bekannt, evtl. Huppel?) rufen mussten. Auch landschaftlich erinnerte der Weg von der Grenze zur Hauptstadt sehr dem Mauerstreifen um Berlin, wobei ich da speziell den Bereich um Rosenthal vor Augen habe.

Aber sonst war eigentlich nichts los. Vielerlei überwiegend positive Rückmeldung, Kommentare etc von Bloglesern haben wir die letzten Tage erhalten. Verzeiht, wenn wir nicht allen privat antworten können. Zu sehr haben wir mit der Technik (Smartphones haben eine ungewohnte/ scheiß Tastertur) zu kämpfen, selten Internet und die frei zugänglichen PCs sind von steinzeitlicher Geschwindigkeit.

All denen, die aufgrund unserer Posts gerne selbst ein solches Unternehmen starten würden, seien dazu aufgemuntert und gleichzeitig gewarnt. An Durchschlafen nicht zu denken: entweder zu kalt, zu abschüssig, zu laut... An den abgelegsten Plätzen hörten wir dennoch stets Autos, Züge oder Flugzeuge, gefühlt durch unser Zelt fahren. 

Auch SCHMECKT es nicht jedem sich sechs Tage nicht waschen zu können, weil u.a.Seen zugefroren sind. Der Gestank war widerlich, alles klebte, die Hände von Kleber, Ruß und Schmutz nicht mehr sauber zu bekommen. Und die Haare ölig... ja so war Moritz. Ich dagegen habe mich durchgehend gepflegt und von Stinken konnte keine Rede sein. Erst als ich am fünften Tag ein DM besuchte, musste ich feststellen, dass ich vielleicht doch nicht ganz so geruchsneutral war. Der Effekt ist glaube ich unter "Badenutte" bekannt...

Jedenfalls sind wir jetzt in Bratislava, frisch geduscht und haben die ersten Regentropfen erlebt: 10min nach unserem check-in im Hostel sahen wir sie durch unser Fenster. Ansonsten kennen wir nur Sonne und Sonnenbrand.

Kommentare:

  1. Bild 1 von Bdr im Fluss sieht verdammt professionell aus, Bild 2 dann doch eher der typische Bdr ;)

    AntwortenLöschen
  2. viel Glück, guys, sieht geil aus!
    ...gogoGolia!
    Nehmt ihr das nächste Mal n Schlagzeug mit?

    AntwortenLöschen