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Donnerstag, 28. August 2014

Altai- the short-version

The Landschaft
Since we left Barnaul we have, more or less been in the altai-region and the further we went, the more beautiful it became.
The first few days in the altai we had mostly pine forests and big rivers which were crystal clear, you could drink their water without problems.
Later on, the rivers became smaller but not less drinkable and the forests became thinner and opened up to green fields. The landscape also became more like a real mountain range, with painfully steep climbs and downhill parts which were a lot of fun because the road we are on is fantastic.
But the best part was when we first saw the first snow capped mountains in the distance.
By then the big rivers were behind us and we had mostly smaller streams which were, without exception, ice cold. Really nice to look at but if you actually have to wash yourself in them, they became a lot less nice.
The last part of our altai tour on the russian side, was on a series of plateaus on an altitude between 1500 and 2000 meters. There were even fewer trees, fewer rivers but beautiful mountains in the distance and a very rocky landscape with hills in all shapes and colours. Really cool.
Now at our last day in russia on our bikes, we are by a small, very nice river and really glad, how the altai part of our trip went.
Even though we are in the mountains, we only had one day of rain.
If I would have to say which part of our whole tour was the most beautiful, I would probably say the altai.
We hope Mongolia will be equally great.

The people
we met in the last days were mostly people who were part of the Mongol Rally, a Rally from London to Ulaan Baatar with old cars. Each day we had between two and nine of them passing us on the road. The only time we had the chance to talk to them was when they had to stop to fix something or took a break.
We also met two really nice couples, one from turkey ,one from Germany and France, who were not in such a hurry and could tell us a lot about what will await us in Mongolia. The roads won't be as bad as we feared and the longest stretch with no possibility to stock on supplies and water will be about 200 km. So hopefully everything should be fine.

The food
was exceptionally good since we discovered that we could make our own potato salad, which led to Cedric being on a mayonnaise-diet.
Also we discovered, that fried onions with honey, pasta and olive oil (in that exact order) make a fast and delicious meal.
No matter what Mongolia throws at us, as long we have onions honey (right now we have 1,5kg in case there is none in Mongolia) and pasta, we are fine.

Montag, 25. August 2014

Altaigebirge

Die Abfahrt aus Barnaul zog sich hin. Wir lassen Städte und den Luxus des Internets so ungern hinter uns - da merkt man erst mal wie abhängig man ist. Selten schaffen wir es in der kurzen Zeit des Internet-Habens all das zu erledigen, was wir uns vorgenommen haben. Doch solange hier hin und wieder zwei drei kurze Sätze stehen, sollten die meisten zufrieden sein.
Doch was ist mit uns? Wir litten an einer Art Minderwertigkeitskomplex - die Leser und Leserinnen hier kommen auf ihre Kosten - und was bitte schön machen wir?
Wir opfern unsere wertvolle Zeit für die hiesigen Berichte statt uns über die aktuelle politische Lage zu informieren, über den Fußball der zweiten Bundesliga oder viel wichtiger sich einen Überblick über die Route der kommenden Wochen zu verschaffen. Was ist der Erfolg? Wir haben bei Blogspot einen registrierten Follower; Messi, Clooney selbst Merkel haben bei Facebook mehr Likes als wir!!!
Unsere Mid-ride-chrisis wird dadurch verschärft, dass wir raus sind aus dem laaaangweiligen Gebiet und rein in das touristische Altai. Wir sind nicht mehr besonders - sofern wir das jemals waren -, werden nicht mehr für besonders gehalten. Weder im Vergleich zur Landschaft noch als Person per se!
Wir haben plötzlich Autos mit ausländische Kennzeichen (scheiß Touris!) die uns überholen und nicht mehr ausschließlich die russische 22. Das hat zur Folge, dass wir hier nicht mehr angehupt werden. Wir sind eine Nummer unter den vielen Touristen und sicher nicht die ersten Radfahrer die den Autofahrern den Weg versperren. Wir haben unseren Sonderstatus verloren!
Wie kann man dem Begegnen? Unsere Überlegungen gingen dahin im Sinne eines Präventivschlags zuerst zu winken um das Hupen zu provozieren. Präventivschläge sind wie die Geschichte uns lehrt aber armselig und außerdem gefährlich! Denn seit Barnaul wurde es immer welliger, sodass wir entweder Berg auf kämpften oder Berg ab rasten, was den Winkprozess erschwerte.
Das Wetter war eigentlich nahezu durchgehend perfekt, selten gab es Regentropfen. Zumeist blauer Himmel; es wurde extrem heiß, sobald man in der Windstille die Sonne genießen wollte. Auf dem Fahrrad hatten wir dann aber meist eine frische Brise, deren Wirkung mit dem eines frischen Luftzugs im stickigen Raum vergleichbar war - wohltuend. Gleichzeitig war es im Schatten dann recht kühl. Auch die Gewässer waren nicht mehr die kasachisch, 25°C abgestandene Salzbrühe, sondern kalte, trinkbare Bergflüsse (badeble) - die bei dem warmen Wetter sehr erfrischend waren.
Nach Gorny-Altaisk bekamen wir allmählich auch unseren Sonderstatus wieder. Soweit trauten sich die meisten Touris nicht, wobei der beeindruckenste (nicht unbedingt der schönste) Teil noch kommen sollte. Die Landschaft war so beeindruckend, dass wir den Aufgaben unserer Position (inklusive des regelmäßigen päpstlichen Winkens) nicht nachkommen konnten oder selten wollten - zu sehr waren wir damit beschäftigt nicht vom Rad zu fallen! Denn wer mit offenem Mund die Höhe der Berge, die verschiedenen Felsformationen, die Gänze der Dreidimensionalität bestaunt, vergisst das in-die-Pedale-Treten schnell. An Winken ist da gar nicht mehr zu denken.
Es ist unglaublich wie klein man ist! Dieses Gefühl wurde uns im zweidimensionalen Kasachstan durch die elenden Weiten beigebracht. Diese Erkenntnis gewinnt man hier durch die Formenvielfalt, den unglaublichen Höhen, den landschaftlichen Überraschungen nach jeder langen Kurve um den nächsten Berg herum. Als besonders faszinierend empfand ich, wie sich die Berge unterschiedlicher Höhe beim langsamen Vorbeifahren hintereinander verschoben. Ein Spektakel für sämtliche Sinnesorgane!
Ein Höhepunkt war sicherlich der Anblick Schnee bedeckter Berge, der als einer der besagten Überraschungen zunächst zwischen zwei anderen Gipfeln auftauchte. Später konnten wir das ganze Gletschermassiv vor und von einem langen und breiten Tal aus bestaunen.
Lediglich farblich wurde es nach Gorny-Altaisk mit zunehmender Höhe etwas eintönig. Freudig auf das Äußerste erregt wären nur diejenigen Personen, die ocker-beige als Lieblingsfarbe angäben - aber wer macht das schon? Auch Zimmermenschen (-männer wie -frauen) kämen hier auf ihre Kosten oder würden vielmehr vor Gram einen Palmface ausführen: sehr viele der hiesigen Hütten bestehen aus Holz mit luftigen Zwischenräumen.
Dies alles ist auch nach tausenden Versuchen nicht in seiner Gänze auf Fotos festzuhalten. Auch wären selbst Stefan Zweig, König der Vergleiche, oder das allgemein unverständliche Sprachgenie Go-ethe mit ihrem Latein am Ende um Landschaft und Gefühle in verstehbare Worthülsen zu verpacken. Wir sahen die bislang tollsten Bilder und verspürten die beeindruckensten Empfindungen der fast sechsmonatigen Reise.
Ich hoffe, dass mir wenigstens ein Bruchteil der Eindrücke und Empfindungen von hier erhalten bleiben - zu viele strömten auf einmal auf uns ein.
Unterbrochen wurden diese Sinnesüberflutungen nur vom angeregten in-den-Rückspiegel-Schauen und auf-das-sich-von-hinten-nähernde-Motorgeräusch-hören. Denn uns überholten bis zu acht Mongol-Rally-Autos am Tag! Die Mongol-Rally ist eine "Rally" bei der mit möglichst alten Autos die Strecke von London bzw. Prag nach Ulan-Bator zurückgelegt werden soll. Entsprechend ihrem Alter geben die Autos auch spezifische Geräusche von sich. Wir machten es uns zur Aufgabe diese zu erkennen. Erschwert wurde das Ganze lediglich dadurch, dass auch viele 22er nicht TÜV-geprüfte Gurken fahren.
Etwa 40 Tage ist der Großteil der Rally-Teilnehmer unterwegs. Das Hauptfeld befindet sich gerade in unseren Breiten. So wurde es für uns zu einem gewohnten Anblick, wenn alte englische Taxis oder Fiat Pandas uns überholten. Ja fünf Fiat Pandas haben wir bislang gesehen - und, man mag es kaum glauben, sogar uns überholend! Einer aus Spanien kommend, der andere aus Italien und ein deutsch-französischer -österreichischer Konvoi, die wir an der russisch-mongolischen Grenze erwischten! (Uns kam zu Ohren, dass rund 20 Teams in Baku aufgeben mussten, da sie zu lange auf Professor Gül warten mussten und damit in eine zeitliche Visaproblematik gerieten - welch ein Glück, dass wir uns nicht für die Fähre entschieden haben.)
Doch sonst hielt kaum ein Auto aus diesen Reihen für uns an. Eine amerikanische Vertretung erwischten wir in einem Café, ein spanisches Team (Panda) beim Reifen aufpumpen am Straßenrand, nachdem diese uns fünf Minuten zuvor überholt hatten. Unsere Sehnsucht nach Smalltalk mit anderen Reisenden seit Georgien wurde selten erhört. Doch am Tag 167 trafen wir ein türkisches Paar (seit bald einem Jahr mit dem Auto unterwegs) und am Tag 173 ein deutsch-französisches Ehepaar, Joëlle und Klaus (Zuordnung der Nationalitäten ist der Leserschaft überlassen), jeweils frisch aus der Mongolei kommend. Wir konnten unseren Bedarf an Reisesmalltalks stillen, lernten interessante Personen kennen und erhielten wertvolle Informationen zu der uns bevorstehenden Strecke: wenig Asphalt, aber wohl nicht schlimmer als Kasachstan! Let's see!
Und genauso kam es dann auch. Kaum waren wir aus Russland raus, begann die Schotterstraße. Zwar waren es vom ersten Kontrollposten bis zu eigentlichen Ländergrenzen noch 22 anstrengende Kilometer Berg auf zu fahren, ehe man weitere 5km zittrig Berg ab bereits i der Mongolei zu deren Grenzposten fahren durfte, so war der Grenzübertritt im eigentlichen Sinne doch mal wieder problemfrei. Die Russen ließen uns gehen, die Mongolen hießen uns herzlich willkommen. Zwar ist der Grenzübergang für Fußgänger gesperrt, sodass wir bereits mit einem Transport in einem der Rally Autos spekulierten, doch Fahrräder zählen hier wohl als akzeptiertes Gefährt für den Grenzübertritt. Entgegen der Internetinformation benötigt man KEIN Auto. Doch verlangte die mongolische Seite das wir im Formular auch die Spalte zu Auto immer ausfüllen sollten...
ah ähm ja!? Schrieben wir also brav den Hersteller Maxcycles in die Spalte. Aber nein, es mussten verschiedene Namen sein - oder gibt es Autos mit der selben Kennzeichenabfolge? Also Maxcycles 1 und Maxcycles 2! Das wurde akzeptiert.
Die Straßen sind tatsächlich eklig. Schotterpisten im Wellblechformat die den Mänteln sicher nicht gut tun. Doch hinten habe ich bereits nicht mehr meinen Conti, der nach 1000 km bereits platze, sondern den "Hindustan H-800" made in India für 250 Rubel (ca. 5-6€) - es sollte also kein Problem für mich sein. Parallel zu den Schotterstraßen verlaufen dann Pisten, die für uns besser zu fahren sind. Sie sind zwar "einspurig" aber dafür gibt es viele davon. Jeweils mit einer breiten Ausweichfläche - Platz gibt es hier genug.
In Tsagaanuur teilt sich die Straße in eine nördliche und eine südliche Straße. Wir nehmen nördliche, die weniger asphaltierte, aber weniger bergige und kurze Strecke.
Ich schreibe in einem weiteren Post weiter, den ich zeitversetzt veröffentlichen werde, damit die Bild-Leserschaft hier nicht überstrapaziert wird.

Dienstag, 19. August 2014

Altai

Wir sind im Altaigebirge und bekommen aus verschiedensten Gründen den Mund nicht mehr zu:
Da wäre zum einen das atemberaubende Panorama, aber auch das trinkbare Quellwasser, die netten Menschen und das wunderbare Wetter lassen uns sprachlos zurück. In drei Tagen erreichen wir die Mongolei, wo die Straßen wohl deutlich schlechter werden sollen. Aber noch ist alles perfekt.
Bilder und weitere Eindrücke folgen!

Donnerstag, 7. August 2014

Barnaul

Today we arrived in barnaul in the altai region. In the last days we recovered from a little low, first Cedric than me and now we are back to our top form(nevertheless a little scared from the altai mountains... :-) ).
On the way here we met a lot of people among them two germans travelling with a 20 year old vw polo from germany to mongolia.
Yesterday celebrated the birthdays of Ruslan and Alexey who demonstrated his rally driving skill on the dirt road and also let us have a go in his russian like-a-muscle-car-lada.
Like always we met them by coincidence by a lake where we had our campspot. Also there was a huge swing into the lake which was great even though we still havent managed to do the backflip we always went for. (For pictures check out Cedrics post: http://abkuerzungindiemongolei.blogspot.com/2014/08/und-wie-ist-das-uns-jetzt-noch-mal.html )
Tomorrow we will continue towards mongolia where we hopefully will arrive in about two weeks. Somehow I am really excited that suddenly Mongolia is so close.

Und wie ist das uns jetzt noch mal passiert?

"Und wie ist uns das jetzt noch mal passiert?"
Mit diesem Satz fasste Moritz unsere tollen Erlebnisse in Slatopol zusammen. Es war wieder einmal unbegreiflich und toll. Plötzlich waren wir bei wildfremden Menschen und wurden mit einer Herzlichkeit umsorgt, als kennte man sich bereits ein Leben lang.
Zum Abschied aus Slatopol wurden wir noch mit Essensgeschenken überhäuft, denn, so die Begründung, wer radelt muss auch Energie zu sich nehmen. Dabei haben Mo und ich es uns in letzter Zeit wirklich gut gehen lassen. Mit unseren zahlreichen Çay und Kekspausen haben wir unsere Energiereserven für das Altaigebirge ringförmig in der Bauchregion konserviert und gleichzeitig endlich eine Methode gefunden, wie man unsere jeweiligen doch provokant gut aussehenden Sixpacks dezent kaschiert.
Die nächsten Tage auf dem Rad waren dann sehr kurze - also rein kilometertechnisch. Zeitlich kamen wir nicht früher an als sonst - was das ganze sehr deprimierend machte. Der erste kurze Tag war kurz, weil wir erst um 16 Uhr aus Slatopol los fuhren. Der zweite, weil es mir sehr dreckig ging. Magenkrämpfe und Würgreize ließen mich keine Strecke länger als 8km am Stück fahren. In Addition schafften wir dennoch 25km ehe wir uns ein Plätzchen suchten.
Auch die folgenden Tage waren mühsam. Irgendwie waren wir beide chronisch erschöpft. Wir schafften mit größter Mühe an die 50km und fühlten uns, als wäre es eine 100km-Tour gewesen. Vielleicht lag es daran, dass wir den leichten Gegenwind nicht mehr gewohnt waren. Doch wahrscheinlich hatten wir einen höchst aggressiven Virus kombiniert mit einer Lebensmittelvergiftung, die nur deswegen so geringfügige Symptome zeigte, weil unsere Körper so knallhart sind.
Zwei Tage vor Barnaul waren wir wieder bei alten Kräften.
Dies ist in sofern erstaunlich, dass unsere Körper unter einem erhöhten Schwierigkeitsgrad sich regenerieren mussten. Nach den tollen Erlebnissen bei Arman aus Slatopol wurden wir noch öfter Mal von der Straße gefischt und zu einem oder zwei Schnaps, gekauft oder selbstgepanscht, eingeladen.
Wir können uns kaum dagegen wehren, wir sind doch so höflich! Die Russen, die wir hier treffen, sind extrem gastfreundlich, auch wenn dieselben auch immer wieder betonen, dass Russen totale Idioten sind. Wir treffen lieber die gastfreundlichen. Aber man kann ja nur so gastfreundlich sein, wie die Gastfreundschaft angenommen (oder sollte man sagen ausgenutzt?) wird! Also haben wir großen Anteil an der russischen Gastfreundschaft!
Es ist eigentlich nur so, dass wir statt die Schnellstraße entlang zu rasen, lieber langsam durch ein Dorf fahren oder an mäßig frequentierten Stellen, wie badeble Gewässern (Neologismus für "zum Baden nutzbar" oder "weniger dreckig als wir"), campieren müssen und schon werden wir angesprochen. Und kein Gespräch ohne Vodka! Aber leider auch für uns kein Straßenverkehr mit Alkohol - gilt scheinbar wirklich nur für deutsche Staatsbürger.
Der Alkoholkonsum bedeutet zweierlei. Erstens erweitert sich damit unser Wortschatz durch solche Begegnungen rapide. Quantitativ haben wir bereits den Stand eines zweijährigen - nach zwei Monaten! Qualitativ den eines pubertierenden 15 jährigen - jaaa nach zwei Monaten...
Zweitens übersteigt mein Vodkakonsum während der Fahrt den meines restlichen bisherigen Lebens (wahrscheinlich den Zeitraum nach der Fahrt mit eingeschlossen)
!!!
Irgendwann trafen wir auch zwei Deutsch-Rumänen, die vor einem Monat aus dem LDS-Kreis südlich von Berlin mit dem Ziel Ulan Bator los gefahren sind - mit einem VW Polo, Baujahr 93, keine Panne, nur über 100€ Schmiergeld an Polizisten (dann lieber mit dem Fahrrad abgehalten werden)!
>>>Leider haben wir vergessen die Kontaktdaten auszutauschen. Wer also zufällig die beiden kennt möge doch bitte die Kontaktdaten an uns oder entsprechend an sie weiter reichen<<<
!!!
Bald nach Barnaul sollen nun auch Berge kommen. Wir haben kaum noch Erinnerungen an solche Gebilde. Über zwei Monate war es weitgehend flach. Aber ein kleiner Vorgeschmack zeigte uns, dass es mehr Kraftaufwand bedarf um bereits geringere Geschwindigkeiten zu erreichen - dank des Wissens um Annies Theory sollte das aber für uns kein Problem darstellen: einfach schneller treten!

Dienstag, 29. Juli 2014

Back in Russia again



Our last days in Kazakhstan were really good. We had great campspots and always tailwind. One of the best spots was at a small river where we hung a rope from a tree to swing into the water. It was great fun. Because of the tailwinds we always arrrived quiet early and hhad a lot of time for reading, we also started to actually use the guitars we have with us. Mostly Cedrics guitar, since mine is completely broken by now. Surprisingly it is a good Cajon substitute, hence not completely useless. The border crossing from Kazakhstan to Mongolia was no problem. We could skip the line and were waived right through. It's great with the bikes, no waiting in line like all the other normal folk. 
On our first day in Russia, Cedric took a involuntary mud bath, which was a lot of fun, at least for me. Luckily we met Arman the next day. He stopped us on the road and invited us to his parents house with the words: "moi dom (my house) shashlik". The evening was ike a lot of fun, good food and Vodka. The night didn't end with Cedric's bike ride, but unfortunately there are no more photos. So some of it might be lost to living memory.





in der Altairegion

Wir haben es über die Grenze geschafft!
Wiedereinmal ohne Probleme!
Wir können also zusammenfassen, dass kasachisch-russische Grenzübergänge problemfrei sind.

Wir sind also wieder in Russland und haben auf unbestimmte Zeit Kasachstan verlassen. Es war zum Teil sehr öde und anstrengend, aber nach zwei Monaten verlassen wir das Land doch auch mit einem tränenden Auge! Auch der Himmel weinte mit. Wir hatten in Kasachstan bis dahin sehr wenig Regen und wenn, dann nur sehr kurz. Die paar Tropfen waren darüber hinaus auch schnell weggetrocknet. Aber zum Abschied bekamen wir nocheinmal einen richtig schönen Regentag.

Wir fuhren dann durch Kulunda durch. Den Namen der Stadtt assozierten wir bereits bei der Reiseplanung mit Schweden und tatsächlich sahen die Hauser stark nach Schweden aus. Wir wollten dann einen See ansteuern und nahmen dafür gar 5 km Umweg in Kauf. Waren doch die Möglichkeiten in den letzten drei Tagen zum Waschen sehr begrenzt. Als wir ankamen war der See 1. versalzen und 2. nicht zugänglich: ich versank bis über die Knöchel im Matsch!

Um so schöner ist es dann wieder in Russland zu sein, wo wir sofort die nächste Einladung erhielten: Kaum waren wir am folgenden Tag auf der Strasse, hielt uns ein Auto an. In Erwartung der üblichen "atkuda"-Fragen blieben wir stehen und erhielten eine Einladung von Arman zum Mittagessen - so dachten wir! Unser Russisch ist noch immer sehr schlecht!
Um zu seinem Dorf zu gelangen, sollten wir nur wenige Kilometer weiter fahren, dann 3 weitere Kilometer rechts abbiegen und tadaaa: Arman war nicht da!
Wir fragten Passanten nach "Arman?", Mo umschrieb ihn, indem er den Bauchumfang mit seinen Händen andeutete. Die drei Damen lachten herzlich. Die eine sagt "я мама" und die andere in fließendem Deutsch, dass wir vor dem Elternhaus von Arman stünden. Es ist schon krass mitten in einem kleinen Dorf eingeladen zu werden und dort eine deutschsprachige Person zu treffen.
Arman kam dann nach, doch statt des erwarteten Mittagessens, wurde ein riesen Barbeque veranstaltet und wir durften bei seinen Eltern übernachten und vorallem endlich wieder duschen!

Der Abend war sehr entspannt und lustig. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen. Es wurde viel gelacht, getrunken und gegessen. Ausserdem bekamen wir leckeren Marlboro-Ziegenkäse. Die hauseigene Ziege mag nämlich sehr gerne Marlborozigaretten...



Da es nun heute sehr regnerisch ist, wurden wir aufgefordert zu bleiben und erst dann weiter zu fahren, wenn der Regen irgendwann die kommenden Wochen mal aufhören sollte. Eine Nacht bleiben wir hier noch und werden später am Abend mit in die russische Sauna gehen.




Das ist unsere Route bis Barnaul:
Route


Freitag, 25. Juli 2014

Auf dem Weg nach Hause

Das Sommerloch setzt sich fort. Nichts aufregendes ist passiert. Wichtigste Nachricht: uns geht es gut! Der Inhalt des Pakets in Astana (neue Zeltstange, neuer Sattel für Mo) wurde gut in unser aktuelles sonst soweit funktionierendes Equipment eingefügt. Vielen Dank, dass das mit dem Paket zu gut geklappt hat.
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Die sich informierenden Leser mögen an dieser Stelle ihre Informationsaufnahme beenden, denn es folgen lediglich Eindrücke als Konsequenz des "Zu-viel-Zeit-zum-Denken-habens", mit sehr wenigen Informationen vielleicht zwischen den Zeilen.
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Und wir hatten viel Zeit nachzudenken!
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Doch nach bald fünf Monaten weiß ich nicht was ich noch nicht gedacht habe. Dennoch vergessen wir so viel, nicht zuletzt sämtliche interessante Gedanken die es hier zu schildern lohnen würde. Stattdessen bleiben merkwürdige Überlegungen über, die durch die Erfahrungen unseres Alltags geprägt sind.
Diese Gedanken sind dadurch begünstigt oder vielleicht erst ermöglicht, dass wir viel Wind hatten. Wohl noch mehr Wind als um das kaspische Meer herum, wo uns Geschwindigkeiten jenseits der 15km/h utopisch vorkamen. Doch diesmal kam der Wind von Westen und trieb uns unaufhaltsam in Richtung Altai! Geschwindigkeiten unter 25km/h schienen utopisch!
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Vor wenigen Tagen löste einer falsche Beobachtung (gibt es die?) eine Kette abstruser Gedankenspiele aus und mündete zwei Tage später am Tag 144 im vermeintlichen Beweis:
Wir sahen in der Ferne eine Herde Kamele. Doch je näher wir kamen, mussten wir erkennen, dass denen die Höcker fehlten. Statt derer gab es Euter und Hörner. "Haben die Kasachen also tatsächlich den armen Kamelen die Höcker abgeschnitten!" Schnell fanden wir auch die Ursache für diese Tierquälerei.
Die meisten Autos haben hier kaputte Hupen, denn wie sonst sollten es erklärbar sein, dass wir hier kaum angehupt werden - wissen wir doch aus unseren Erfahrungen aus dem Westen Kasachstans, dass der-Kasache-an-sich gerne hupt (eine alternative Hypothese, die zu Beginn der Reise entwickelt wurde, dass um ein Hupzentrum in der Türkei zur Peripherie hin es zu einem abnehmenden Hupverhaltens kommt, kann aufgrund mangelnder Datengrundlage nicht angenommen werden). Die sehr wahrscheinliche Theorie ist die der "kaputten Hupen". Sie bewirken oder bewirken eben gerade nicht, dass wir zurückgrüßen. Die Abwesenheit der Aufmerksamkeit ist der tiefenpsychologische Stein des Anstoßes der Aggressionen. (Bei dieser Theorie kann uns eine Teilschuld vorgeworfen werden... aber wir können uns nun wahrlich nicht um alle kümmern! Schließlich sollen stets beide Hände am Lenker sein! Alles andere ist unvorsichtig, riskant und gehört strengstens verboten!)
Auch den Kamelküken, mussten wir feststellen, schneiden sie bereits die Höcker ab.
Der ultimativen Beweis dieser Theorie war dann eine Kamelstatue (Achtung, nicht zu verwechseln mit der Kamelstute, die Statue war gegendert) deren Höcker ganz linear abgebrochen waren und wieder aufgesteckt - das ist doch eine provokante Aufforderung zur Tierquälerei!
Achso nebenbei, ich hatte Biologie als Leistungskurs.
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Selbst wenn wir nichts von der WM hätten mitbekommen wollen, nach dem WM-Titel der deutschen Mannschaft wurden wir regelmäßig (nach Beantwortung der Herkommensfrage) beglückwünscht. Vom Gauchoskandal hat hier niemand etwas mitbekommen - andernfalls hätte man uns ja vermehrt wieder mit "Heil Gitler" begrüßen müssen. So gering unser Anteil am erfolgreichen Verlauf der WM war (bis auf den 4:0 Sieg), so ist es mir doch deutlich lieber für einen sonst sympathischen Gaucho-Klose beglückwünscht zu werden, als mit "Heil Gitler" (ich frage mich warum die das erste H hinbekommen, aber nicht das zweite. Andersherum bekäme es eine sehr interessante Konnotation).
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Die Landschaft hat sich für die uns bekannten kasachischen Verhältnisse stark verändert. In erster Linie dadurch, dass wieder vermehrt Gewässer entlang der Fernstraßen existieren, die weder mehr Salz als Wasser noch Erde statt Wasser tragen.
Die Straßenverhältnisse zwischen Kostanay und Astana waren wirklich gut.
Nach Astana entwickelte sich sie Straße wieder zu einem Flickenteppich. Ein Mosaik aus Asphaltstücken. Ein pointilistisches Gemälde, das nur von der Ferne flächig aussieht. Aber lieber ein Teppich haben als gar keinen - wie noch um Atyrau.
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Seit ich wieder ein Ebook habe lese ich deutlich mehr. Damit mein ich über die Tatsache hinaus, dass es sich ohne Ebook und ohne Alternative dazu schwerlich lesen lässt, ich jede "freie" Sekunde unseres stressigen Lebens nutze darin zu "blättern". Ich habe zum Glück via Internet von meinem jüngeren Bruder schnell noch einige Bücher zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen vielen Dank u.a. für deine Spontanität!
Zuletzt habe ich Stephen Hawkins großen Entwurf gelesen - Physik und Quantenphysik. Er schreibt sehr angenehm und stellt komplexe Zusammenhänge und Theorien einfach dar... und ich habe dennoch kaum etwas verstanden. Aber doch habe ich eine Idee der Quantenmechanik verinnerlicht und hier vor Ort wiedergefunden:
Die meiste Zeit suchen wir hier in der Steppe vergeblich einen Mülleimer und da wo es welche gibt (in Dörfern) vergessen wir natürlich unsere Sammlung los zu werden. Vor ähnliche Problemen scheint die Auto fahrende Bevölkerung hier auch zu stehen - anders kann ich mir die vielen inoffiziellen Mülldeponien an sonst perfekten Zeltplätzen mit Wasserlage nicht erklären! Oder doch?
Das Mülleimersystem der Fernstraßen funktioniert so (abgesehen von dem einfachsten Weg Fenster auf, Müll raus, Problem solved), dass alle paar zig Kilometer ein Platz ist, in dessen Mitte ein großer schwarzer Betonbehälter (ähnlich einem defekten schwarzen Loch) steht, in dem der Müll eigentlich abgelagert werden soll. Alle paar Monate oder Jahre kommt dann jemand vorbei und zündet den Spaß an - oder es sind spontane Selbstentzündungen. Je näher man diesem Betonklotz kommt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit auf Müll zu stoßen. Ist das nicht schon fast Quantentheorie?
Niemand kann sagen wo sich der Müll befindet, aber die Wahrscheinlichkeit ihn in der Nähe des Mülleimers anzutreffen ist sehr hoch - wie ein Elektron (was auch immer das ist).
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass eine Anhäufung von Müll wohl ein Mülleimer ohne Betonklotz ist.
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Doch genug von den wirren Gedanken falscher Verknüpfungen. Fakten sind gefragt!
Tag 144 sollte unser Rekordtag werden. Als wir kurz vor 12 Uhr bereits 50km auf dem Tacho zu stehen hatten (nach nicht mal 2h Fahrt), schienen die 150km als anvisierte persönliche Rekorddistanz greifbar. Doch der Erfolg wurde jäh von einer halbstündigen Mittagspause, einer einstündigen Lesepause und dem Sichten eines wahrlich verlockenden Zeltplatzes unterbrochen. So mussten wir uns mit knapp 110km und wie die letzten Tage auch einem frühen Ende des Radelns um 16 Uhr begnügen - ganz aus versehen haben wir dabei trotz des Windes (der nicht immer perfekt von hinten kam) eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 30,2km/h gehabt - schneller als ich vor einem Jahr mit Rennrad ohne Gepäck an einem Triathlon teilnahm.
Vielleicht hat uns eine Weisheit abgeleitet aus Annie's Theory weitergeholfen: wenn ihr Gegenwind habt, fahrt in die andere Richtung - ist einfacher! In dem Sinne sind wir gerade auf dem Weg nach Hause!
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Jetzt sind wir in Pawlodar, drei Tage vor der russischen Grenze. Mal sehen wie es läuft. Nächster Stop: Barnaul.
Fotos folgen





Samstag, 5. Juli 2014

Fotos von Orsk bis Kostanay

1) Stadtführung mit Anton (neben Mo)
2) Schläge für Mo
3) Drei Engel für Charlie
4) Abkühlung und Çay
5) Die Flüsse verschilften zunehmend
6) Zwischen Himmel und Hölle, wir hatten kein Regen!
7) Zustand der Straßen in Russland eher als Ausnahme, Mo soweit abgeschlagen normal!
8) Pain Perdu oder "Pont (Brücke) per Du" oder "Pimper-Du" (Moritz)
9) Aber es gibt Flüsse die Wasser tragen!
10) Pausenplatz am See
11) Studioaufnahmen
12) frei übersetzt: "der Ossipuff"
13) Kühe die in unser Badewasser pinkelten verjagen! Das dürfen nur wir!!!
14) mit Pinkelwassermix waschen
15) Ball spielen mit Lisa und Sascha
16) In Sanarka mit Lisa, Victor und Sascha bei einem köstlichen Mahl, u.a. борщ (Borschtsch)
17) Berlin!
18) nur 15km noch! 6670km im Kreis gefahren.
19) selbst gemachte борщ - die in Sanarka war besser.
20) Fußball gucken in Kostanay