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Dienstag, 3. Juni 2014

Trampen für Fortgeschrittene

So schnell wie in den letzten Tagen waren wir noch nie!
Wir hatten also hatten also unser Aserbaidschan-Visum in der Tasche! So schnell wieder im Hostel und gepackt hatten wir noch nie! Leider mussten wir abermals Olcay zurücklassen, hatten wir doch irgendwie gehofft gemeinsam fahren zu können. Aber wahrscheinlich ist es besser so. Bereits mit dem Klappfahrrad konnte er mit uns mithalten. Wie sollte es nun mit seinem neuen Fahrrad sein? Da führe er wohl uns davon...
Wir fuhren am selben Tag noch bis rund 20km vor die Grenze, rote Brücke, im Süd-Osten des Landes. Uns erwartete ein herrlicher Sonnenuntergang im Westen und ein anrückendes Gewitter im Südwesten. Es war ein tolles Spektakel, welches wir von einer Anhöhe beobachteten, ehe wir pünktlich zum ersten Regenguss das Zelt weiter im Tal aufgebaut hatten.
Der nächste Tag war dann der schnellste... knapp 600km in nur 10 Stunden inklusive Grenzübertritt. Sowohl die Georgier als auch die Aserbaidschani waren unkompliziert. Wir ernteten zwar wie gewohnt viel Kopfschütteln, lachen (ob auslachen oder freudige Teilnahme wissen wir nicht) und Schulterklopfen für unsere Radreise. Dabei haben gerade in letzter Zeit die Routine und unser Selbstverständnis sowie der Kontakt zu den vielen anderen Reisenden gezeigt, dass unsere "Aktion" eigentlich gar nicht so außergewöhlich/überragend/überwältigend ist, bestenfalls interessant.
den einzigen Hinweis den wir von den aserbaidschanischen Beamten bekamen war, dass wir nur fünf Tage zur Verfügung hätten - lächerlich! Nicht nur, dass wir das schon wussten, sondern auch dass das mehr als genug ist: 500km bis Baku und dann 200km bis zur aserbaidschanisch-russischen Grenze!!!
Für 45 Manaten (ca. 45€) fuhren wir bis Baku in einem abenteuerlichen Mercedes Kleinbus. Dabei war sowohl der Zustand des Autos als auch der des Fahrers in bedenkenswertem Zustand. Beide hatten einen Sprung in der Schüssel! Beim Auto war es die gesprungene Scheibe. Beim Fahrer die Fahrweise - wobei die für aserbaidschanische Verhältnisse noch in Ordnung war.
Trampen mit LKWs schien an dieser Stelle utopisch, da alle LKWs für den Transit verplombt waren (konnten wir in einem 15min Dialog mit einem türkischen Fahrer herausfinden; apropos türkisch: damit kommt man in Aserbaidschan ähnlich weit wie mit russisch oder englisch in Deutschland.)
Die Räder spannten wir mit unseren eigenen Gurten und Stropsen oben auf dem Dach fest und beteten!
Doch tatsächlich kamen wir heile in Baku an. Wir hielten unterwegs öfter an, um an einer der vielen defekten Bankautomaten zu versuchen Geld abzuheben, was uns erst im ca. vierten Versuch gelang. Dies war auch notwendig, da der Fahrer unser Geld benötigte um tanken zu können.
5km vor Ankunft gabelten wir den Chef des Fuhrunternehmens auf, welcher das Steuer übernahm und sofort begann den bisherigen Fahrer wüst zu beschimpfen - vermutlich weil er so lange benötigt hat! 6-7h für 500km auf der Autobahn, welche bestenfalls Landstraßenniveau hatte, zum Teil noch in Bau befindlich und in Deutschland wohl dauerhaft auf 60km/h begrenzt gewesen wäre. Aber die Kritik war vollkommen angebracht, wenn man bedenkt, dass der Chef im Stadtverkehr zur RushHour den gleichen Schnitt hinlegte wie unser Fahrer zuvor auf der "Autobahn".
Gegen 19uhr stiegen wir äußerlich unversehrt aus; so auch die Fahrräder.
Beim Versuch aus Baku wieder hinaus zu finden fiel uns ein, dass wir gar kein Kartenmaterial für Aserbaidschan und den russischen Abschnitt bis Astrachan haben - die Route war ja nicht geplant! Aber es war ja prinzipiell easy: nach Norden, raus aus der sengenden Hitze.
Wir kamen am Busbahnhof vorbei und waren umringt von Taxiangeboten nach Xaçmaz (der nächst größeren Stadt vorn der Grenze zu Russland): für eine deutlich kürzere Strecke wurde der doppelte Preis vom dem verlangt was wir noch bis Baku gezahlt hatten. Irre lachend verschwanden wir am Horizont, der Abenddämmerung entgegen. Es war wie ein Bild aus einem der Lucky Luke Comics, nur auf der Autobahn und der damit verbundenden überholenden LKWs. Nachdem weitere Anfragen zum Trampen nach Xaçmaz ins Leere liefen, schlugen wir in der Dunkelheit unser Zelt 30-40m abseits der Autobahn auf und behielten keine bleibenden Schäden.
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter aus der Stadt um unsere Trampchancen zu erhöhen. Tatsächlich hielt nach wenigen Minuten die ersten Autos. Und nach 20min in der Sonne stehen, hatten wir unseren Lift gen Xaçmaz! Ein LKW-Fahrer nahm uns mit, die Fahrräder zwischen Anhänger und Fahrerhäuschen eingeklemmt, meines sogar leider etwas unter letzterem, sodass mein eines Hörnchen durch die Erschütterungen flacher und aerodynamischer geschliffen wurde... und wie es sich für den Einstand ins trampen gehört, mussten wir nicht nur nicht zahlen, sondern wurden sogar noch zum Mittagessen in seinem Stammlokal eingeladen. Er war bzw. wir waren die Hauptattraktion, doch aufgrund seines Wissensvorsprung aus einer Stunde gemeinsamer Fahrt und der Sprachbarriere konnte er am meisten über uns erzählen. Nach der Mittagspause ging es mit ihm weiter. Nur hatte er nun unser Deutsch-Russisch-Wörterbuch in der einen Hand, in der anderen eines von drei Handys, die abwechselnd oder gleichzeitig klingelten und bedient wurden, während er die langsamen LKWs überholte. Im Prinzip das bekannte Bild, nur fühlten wir uns in dem großen Truck sicherer als noch im Mercedesbus.
Die letzten 70km bis kurz vor die Grenze fuhren wir dann einfach mit dem Fahrrad.
So hatten wir binnen zwei Tage das ganze Land durchquert - mit Fahrrad ;)
Der Tag des Grenzübertritts und unserer lang ersehnten Russlandeinreise ist ein Tag voller polizeilicher Machtdemonstration und Machtmissbrauch.
Die Nacht hatten wir auf irgendeinem Feld kurz vor der Grenze verbracht (Karte). Die Autobahn für die letzten Meter entpuppte sich als eine im Bau befindliche Schotterstraße.
Das Land zu verlassen dauerte verhältnismäßig lange und war geprägt von (so aus Sicht eines naiven-das-große-Ganze-nicht-überschauenden Radfahrers) sinnloser Kontrollwut. Die Autos wurden komplett ausgeladen, das Gepäck gescannt, das restliche Auto durchsucht. Unvorstellbar, dass dies vor nicht all zu langer Zeit auch an jeder  innereuropäischen Grenze üblich war. Und das Ganze war so überflüssig! Alle duften am Ende passieren, niemand wurde verhaftet, nichts wurde konfisziert... Doch die Beamten waren nett, es gab das bereits bekannte Schulterklopfen, Kopfschütteln etc. und (wer hatte das gedacht, außer die neuen politischen Rechten im europäischen Parlament): "Rassismus verbindet die Völker" (ein auf einer Radreise befindlicher Politikstudent). Während ich mit unseren Pässen anstand (die Lieblingsbeschäftigung des Tages), scherzte Mo mit dem Obermacker! Er erklärte ihm die geplante Route, unter anderem das Ziel China damit, dass er die Augen zu Schlitzen verzog. Das verstand der Obermacker, lachte und ein Freund war gewonnen
Unsere wehleidige Miene und das freundliches Scherzen brachte uns den gewünschten Erfolg. Das komplette Fahrrad mit Gepäck passte nicht durch den Gepäckscanner. Der Unteroffizier forderte uns auf alles abzuladen und einzeln auf das Band zu legen. Dieses Prozedere hätte uns wohl wieder 30min-1h gekostet. Da kam Mos rassistischer Kumpel, verwies die Unteroffiziere in ihre Schranken, denn er erkannte mit seinem erfahrenen Auge, dass in dem Gepäck von Freunden nichts von Interesse zu finden sein würde und erklärte unser Gepäck für durchsucht!
Wir waren also heil aus Aserbaidschan hinaus genommen, mussten bis dahin nur noch einigen neugierigen Beamten unsere Passport vorzeigen. Die intelligentesten von denen fragten mit dem Passport in der Hand woher wir denn seien!?
Angenommen im Niemandsland gab es kein zurück mehr! Doch leider erklärte uns der erste russische Offizier, dass dieser Grenzübergang nach Russland für Fahrräder verboten sei. Wir waren gefangen im Niemandsland - für 10min. Da nahm uns ein Abschleppwagen mit. Nach etlichen weiteren Passkontrollen und insgesamt 4h, bei denen wir die meiste Zeit einfach sinnlos warteten, waren wir im gelobten Land - zumindest öffnete der letzte Grenzpolizist das Tor genau so auf.
Die ersten Menschen auf die wir trafen unterbreiteten uns ein Angebot für 100$ uns 250km zu fahren. Es folgte unsere bekannte Reaktion, nur dass es noch nicht dämmerte. Wir fuhren, Grenzerfahren wie wir waren, etwas von der Grenze weg, um die Chance auf unverplompte LKWs zu erhöhen. Doch es kam alles ganz anders.
Was nun folgte macht mich in keinster (naja vielleicht ein wenig) Weise glücklich ausgenutzt zu haben. Das Krankenkassen/Privatkassensystem in Deutschland muss dagegen als äußerst gerecht beurteilt werden:
Wir standen 10min an einem idealen Platz zum trampen. Die LKWs zischten an uns vorbei, als plötzlich ein Lada anhielt und ein dicker Mann in rotem Hemd mit schönem Pornobalken ausstieg. Es fehlte nur noch die große Sonnenbrille und er sähe aus wie ein aufgegangener Magnum. Zunächst interessierte er uns nur peripher, da sein kleiner Wagen zu klein für unsere Masse an Gepäck und Fahrrädern war. Doch (unsere Höflichkeit haben wir an anderer Stelle bereits geschildert) erteilten wir ihm die Erlaubnis uns anzusprechen. Es sollte unsere beste Entscheidung an diesem Tag gewesen sein.
Zunächst unterstütze er uns beim anhalten von Autos. Der erste Transporter der anhielt wurde solange bequatscht, bis er uns mitnahm. Der Magnum folgten uns in seinem Lada. Nach 30km endete die Reise - fürs erste... der Magnum enttarnte sich als Straßenpolizist, was ihm wohl den nötigen Respekt verschafft hatte, der Transporterfahrer zu überzeugen uns mitzunehmen. Da leider der Transport nicht weiter fuhr, wies uns der Magnumpoliszist an 10km bis Derbent zu fahren - mit Fahrrad! Ungewöhnliches Gefühl: so langsam, so empfindlich - passt gar nicht zu unserem in denn letzten Stunden abgeguckten befehlendem Verhalten! Wir sollten also mit dem Fahrrad weiter und an der nächsten Polizeistation halten. Gesagt getan! Was eine Polizeistation. Hier in der Gegend Dagestan sind an größeren Kreuzungen stabile Polizeistationen/-festungen deren Bewacher mit großen Gewehren ausgestattet sind. Die Polizisten meinten die Gegend Dagestan sei gefährlich, wegen der hiesigen Menschen; ob sie sich selbst damit meinten?
Wir trafen unseren Magnum wieder und er gab uns Geleitschutz durch den nächsten Tunnel und den folgenden 5km bis zur nächsten bewachten Station. Dort übergab er uns seinen Kollegen und verabschiedete sich. Die Kollegen hatten die Aufgabe unseren nächsten Lift zu organisieren. Mit Schlagstock, Trillerpfeife und Gewehr ausgerüstet hielten sie einen Transporter an. Wir hatten ein schlechtes Gewissen: sollten nun die Bürger gezwungen werden uns mitzunehmen? Der Transporter war voll.
Als nächstes hielten sie einen Reisebus an. Die Fahrer wurden "überredet" uns mit zunehmen - kostenlos!
Mit Sicherheit sind die Menschen hier gefährlich! Wir kennen bei der polizeilichen Willkür hier auch den Grund dafür; es ware verwunderlich, wenn man da nicht gefährlich werden würde! Doch was beschwere ich mich? Es war doch für einen guten Zweck - für uns!
Ja wäre die Polizei in Deutschland mal so hilfsbereit wie hier!!! Aber dafür müssten sie Regeln brechen, die es hier gar nicht zu geben scheint. Angehalten wurden nicht die Autos mit waghalsigen Manövern direkt vor der Polizeistation, sondern nach gut dünken Freunde zum Scherz, Feinde aus Schikane!
Aber wie gesagt, ohne polizeiliche Mithilfe hätten wir wohl nicht so schnell und so unkompliziert einen "freiwilligen" (James T. Kirk) Lift bekommen. Gepäck nach unten, Fahrräder in den Innenraum im Gang und ab ging die Post! Die Fahrweise war die bekannte: Überholvorgang auf der Landstraße ist easy, eine Hand am Handy, eine am Schaltknüppel, eine... Moment ein Mensch hat doch nur zwei Hände...
Immer wieder über die unwirkliche Situation lachend fuhren wir gen Norden. In Makhachkan gab es einen Zwischenstopp, die Passagiere wurden gewechselt, der Fahrer und die Fahrweise dagegen nicht, die Räder kamen nun auch nach unten zum Gepäck. War wohl doch zu gefährlich oben. Dies haben die Fahrer gemerkt, als bei einer Vollbremsung irgendein riesen metallener Anlasser nach vorne rollte/flog.
Wir klärten, dass wir nicht bis mach Sotschi (dem Reiseziel) oder Grozny mitfahren wollten, sondern nur bis Khasavyurt. Wobei Sotschi wohl auch reizvoll gewesen wäre...
Die Nacht verbrachten wir dann direkt an der Straße. Das Zelt im Dunkeln gegen Mitternacht aufgebaut. Am nächsten Morgen ging es erst einmal darum, die Schäden des vorherigen Tages zu beseitigen. Ich hatte einen Schutzblechschaden und Mo hatte im Dunkeln ein Schlagloch übersehen und musste nun die 8 wieder raus bekommen. Wir kamen daher erst gegen 12 los. Wild entschlossen, nun selbst zu trampen und den Polizeistaat nicht auszunutzen, sprach uns der Tankwarter an und meinte wir sollten doch lieber ein Stück zurück und die Polizei bitten, uns die Autos anzuhalten. Angesichts des starken Windes und der scheinbaren Legalität des Polizeitrampings taten wir wie geheißen!
Man organisierte uns abermals einen Reisebus, der uns zu einem 300km näher gelegenen Posten brachte, wo wir an die nächsten Innerrussischen Grenzbeamten übergeben wurden. Die organisierten uns dann ein Auto aus Bulgarien, welches seit vier Tagen unterwegs aus Varna war - auf den Weg nach Astana... ganz bis dorthin wollten wir nun nicht, auch wenn es verlockend war. Aber sie brachten uns bis 30km vor Astrachan. Da wir uns verfahren hatten kamen wir erst un 2:00 nachts an und bauten abermals im Dustern das Zelt auf - unter einem phantastischen Sternenhimmel!
Die Nacht war wieder windig - kaspische Meerwinde, so sagte man uns, scheinbar normaler Zustand! Am nächsten morgen kurz bevor wir uns daran machten, das Zelt abzubauen, gab eine der Zeltstangen unter der Last des Windes nach. In Astrachan müssen wir also Reparaturen organisieren. Wir gaben auf dem Weg dorthin auch dem Wind nach, da wir die letzten 30km nicht mit 10km/h fahren wollten und hatten Glück, dass wir mit einem selbst organisierten Transporter ins Stadtzentrum mitgenommen wurden.
Jetzt konnten wit das erste Mal wieder Geld abheben und hatten sofort freien Wifi-Empfang. Die Chance wird natürlich gleich genutzt, euch auf den neusten Stand zu bringen. 
Achso: das bedeute, wir haben es 1 Tag vor Beginn des Kasachstan Visums tatsächlich kurz vor die Grenze geschafft!!! Yuhuuu!!!
Fotos müssen leider warten, bis wir mehr Zeit haben. Aber ein Foto vom Handy darf euch nicht vorenthalten werden.
Der Ausgemusterte und der Kriegsdienstverweigerer ganz gierig am Gewehr!

Donnerstag, 29. Mai 2014

AZ Visa - liveticker

9:20
+++ Till verabschiedet. Er versucht Aigers auf dem Weg nach Yerevan einzuholen +++

10:00
+++ An der Botschaft!
Der Andrang ist wieder größer, die Masse hysterischer; Olcay ist da. +++

10:05
+++ die Masse von Security lässt die erste Person eintreten +++

10:06
+++ die Masse wird aufdringlicher. Nicht nur die Sonne wärmt, sondern auch die Nähe zu den haarigen LKW - Fahrern +++

10:08
+++ ist es ein Aufnahmekriterium als LKW-Fahrer dick und haarig zu sein, eine Folge des Berufs oder haben sich nur dicke und haarige LKW-Fahrer hier eingefunden? +++

10:09
+++ Olcay darf eintreten! Gibt seine vorbereiteten Visaunterlagen ab! +++

10:10
+++ Olcay kommt wieder heraus - unverletzt! Darf am Montag alles abholen. GMT!? +++

10:15
+++ wir dürfen eintreten! Die nette Frau mit dem Metalldedektor kennt uns, wir kennen das Prozeder: Handy aus, alles metallische auf den Tisch legen und dann... was? Sie lässt uns ohne zu scannen passieren. Als nächstes gehen wir noch mit ihr Abendessen? Die Uniform steht ihr! +++

10:17
+++ ohne Visum verlassen wir das Gebäude. Um 14 Uhr sollen wir eine Nummer anrufen, die nach Aussagen schwedischer Mitleidender stets besetzt ist. Dann erfahren wir ob die Visa abholbereit sind oder nicht. +++

10:18
+++ Nummer notiert; Entscheidung getroffen: 16 Uhr gehen wir in jedem Fall hin +++

11:00
+++ mit Olcay kommen wir in unserem Hostel an. Er wird hier einziehen. Mal sehen ob wir auch bleiben müssen? Das Zimmer ist groß genug. Wir haben optimistisch wie wir sind fertig gepackt! +++

12:00
+++ noch 2 h Langeweile bis zum Telefonat. Weiß jetzt wie das ist, wenn bei einem Fußballspiel nichts passiert und die Live-Ticker-Schreiber dennoch etwas schreiben - die machen das aus reiner Langeweile! Hier scheint die Sonne. In Deutschland wohl nicht überall - wir wünschen euch allen dennoch einen schönen Feiertag. +++

13:45
+++ die Geschichte mit dem Plätzen wiederholt sich. Entweder ist Mo inkompetent oder der Schlauch ist hinüber. Gestern erster, zweiter und dritter Platten. Heute morgen vor Abfahrt repariert. Jetzt gerade erneut reparieren müssen! +++

13:59
+++ gleich wird angerufen +++

14:16
+++ AFFEN!!! Die Schweden hatten recht. Man wird durchgestellt und dann wird die Verbindung unterbrochen! Also 16:00 wir kommen! +++

15:11
+++ Hunger! Ein mir nicht unbekanntes Gefühl. Lösung wird Moritz jetzt vorgeschlagen! Wir holen uns hier meist beim Bäcker was zu. Essen ist fettig und salzig! +++

15.40
+++ Tee trinken gegen die Nervosität! Hilft da Schwarztee? +++

15.47
+++ hat nicht geholfen. Nervös, voller Vorfreude und bereit für die Enttäuschung wollen wir los! Mos Hinterreifen sieht verdammt platt aus! Diät verschreiben? +++

16:00
+++ die alte bekannte Masse. Wir haben einige neue Freunde gefunden. Ist es Rassismus, dass dies alles englischsprachige Europäer sind - keine Türken? +++

16:10
+++ ein Holländer darf rein +++

16.11
+++ ein Kanadier darf rein; der Holländer kommt enttäuscht heraus. +++

16.12
+++ der Kanadier kommt enttäuscht heraus; der Holländer fährt mit seinem Motorrad davon und schreit etwas von Planänderung; er fährt halt in die Türkei! +++

16.13
+++ der Kanadier wird über die Sprechanlage nochmals herein gerufen! Alles nur ein Scherz? + + +

16:15
+++ Einlass auch für uns. An der hübschen Frau vorbei (die arme steht nun in der prallen Sonne; ob man ihr ein Eis anbieten darf? Sie sieht nicht freundlich genug dafür aus, als dass man es riskieren sollte; viel zu pflichtbewusst)
+ + +

16.16
+++ drinnen warten eine Menge Menschen. Wir sehen den Kanadier! Die Visa müssen gleich da sein.
+++

16.17
+++ die Schweden treten ein +++

16.35
+++ die Schweden kriegen ihre visa! Wir waren doch zuerst da! Nur weil wir deutsche sind! Das ist doch unfair! +++

16.40
+++ lauter Türken kriegen beim reinkommen gleich ihr Visum ausgehändigt. Der Kanadier kriegt sein Visum!!! Aber wir sind deutsche! Warum kriegt der Kanadier und wir nicht... +++

16.59
+++ ja!!!! Wir haben unsere Visa!!!
Auf nach Hause packen und ab die post gen Grenze. Morgen rein da und dann auf zur nächsten Grenze per Bus oder per Anhalter!!! +++

17.01
+++ Mo hat einen Platten +++

17.30
+++ platten repariert +++

Das Spiel ist aus ein neues beginnt. Bis bald an gleicher Stelle!

Mittwoch, 28. Mai 2014

In Tiflis - Dreh- und Angelpunkt

Ich habe mich bei der Formulierung des Titels zunächst verschrieben. Warum hat die Autokorrelationsfunktion bei der Eingabe "in Tiflis" mir zunächst "unnötig" vorgeschlagen? Fungiert die Technik doch als eine höhere Macht? Dabei ist der Stop hier vielleicht nicht planmäßig, aber hier haben wir tolle Menschen kennengelernt und wieder getroffen.

Tiflis scheint nach Trabzon der nächste Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Reisender dieser Welt zu sein (nur will niemand nach Kasachstan oder in die Mongolei - gibt es da einen Grund? Die meisten drehen hier gen Süden ab, gen Iran/Indien)

Die ersten zwei Nächte in Tiflis sind wir in einer WG untergekommen, wo Aigers und Till nächtigten. Moritz und ich konnten aber nicht länger bleiben und haben uns daher ein Hostel gesucht. Wichtigstes Auswahlkriterium war der Preis. Die Suche nach dem Hostel erfolgte am Montag nach dem ersten, ernüchternden Besuch bei der Botschaft. Vor einer der Hostels die wir miteinander vergleichen wollten, trafen wir Pavel, Manuel und Norbert - drei Radler aus Deutschland, die zum Teil die gleiche Strecke gefahren sind wie wir. Zuletzt den erschöpfenden Teil durch die Türkei.
Die ersten beiden sind am 1.4. in Deutschland gestartet und durch Osteuropa ähnlich herum geirrt wie wir; nur schneller. Deren Ziel ist Indien. Unter www.staubspuren.de könnt ihr sie weiter verfolgen. Norbert haben sie unterwegs in der Türkei irgendwo getroffen. Er möchte zunächst ähnlich wie wir über Russland nach Kasachstan einreisen, mit den Fernziel Fernost Asien. Geplant ist ähnlich wie Olcay der Weg südlich aus Kasachstan raus. Ursprünglich wollte Norbert wohl auch durch den Kaukasus, aber auch ihm machte der Erdrutsch einen Strich durch die Rechnung.

Doch ehe wir sie gestern zum Abendbrot besser kennen lernen konnten, hatten wir den Abend zuvor, nachdem wir unser billiges (nicht nur günstig) Hostel bezogen hatten einen schönen Abend mit Till, Aigers, Julia, Mark und Jana. Drei Radreisende, zwei Wanderer/Anhalter.

Es war ein langer und schöner Abend mit interessanten Biographien und tollen Gesprächen. Es ist faszinierend mit welchen unterschiedlichen Intentionen die verschiedenen Menschen unterwegs sind und gleichzeitig aber alle irgendwie einen gemeinsamen Nenner haben, der über das Reisen hinaus geht. Spannend ist auch, dass in dieser Gruppe die in weiten Teilen der Welt diskriminierte Minderheit von Vegetariern in dieser Runde plötzlich die Mehrheit stellte - also ich war der einzige normale! Aber prinzipiell sind ja alle Außenseiter außer mir.

Aber apropos Olcay! Er ist wohl gestern gut in Tiflis angekommen. Hatte unterwegs, wenn wir es richtig verstanden haben, wohl bereits zwei Speichenbrüche an seinem neuen Fahrrad, aber lest selbst: http://seyrupedal.com oder bei Facebook: https://facebook.com/seyrupedal

Wir hatten auch unseren ersten Speichenbruch! Irgendwann am Sonntag an Mos Hinterrad. Konnten es gestern hier reparieren lassen. Dabei haben wir zum wiederholten Male die GMT kennengelernt: Georgian Maybe Time! Alles geht, nichts muss und auf keinen Fall zum vereinbarten Zeitpunkt. Wir waren gegen 12 dort und haben alles geklärt. Der Typ sagte, dass wir die Räder dann so in 2 Stunden wieder abholen könnten - halt so gegen 16Uhr!!!

Fatal wenn es dringend ist! Doch frei von jedem Zeitdruck haben wir die Wartezeit mit Julia, der Schwedin (https://www.facebook.com/events/552485031471328/?source=3&source_newsfeed_story_type=regular) im Park gesessen und unter anderem einer kleinen Widerstandsgruppe gegen den Bau eines Hotels mitten im Park beigewohnt. Die campieren dort und halten 24h Wache, dass der Bau nicht fortgeführt werden kann. https://facebook.com/Tbilisitrees

Heute haben wir dann Aigers verabschiedet. Er ist nun weiter auf dem Weg nach Yerevan: http://lauzis-ontheroad.tumblr.com/
Ebenfalls Tiflis verlassen haben Mark und Jana, die Wanderer und Anhalter. Mark, Britte, wandert seit über einem Jahr durch  die Gegend und hat in Deutschland Jana kennengelernt. Seit dem reisen sie zu zweit weiter (http://dierumtreiberin.wordpress.com/)

Bei herrlichem Sonnenschein haben wir dann den Nachmittag im botanischen Garten verbracht und die Zeit genutzt diese paar Zeilen anzufertigen.
Der botanische Garten ist wirklich schön. Zwar wenig farbenfroh aber mit vielen Schatten spendenden Bäumen. Es wäre hier zu mühsam alle Baumarten aufzuzählen; ich wüsste auch gar nicht ob ich dies in latein, altgriechisch, in der botanischen Bezeichnung oder allgemeinverständlich machen sollte. Aber was die meisten gemein hatten war, dass die Blätter grün waren!
Im Herzen des Parks war ein schöner Wasserfall!

Heute abend treffen wir dann endlich Olcay und sind gespannt was er zu erzählen hat!

Dienstag, 27. Mai 2014

Zwischen den Feiertagen auf dem Weg zum Visum

Zu feiern ist uns nicht zumute.

Gestern war der georgische Nationalfeiertag und wir haben ihn nur peripher wahrgenommen.
Zu sehr waren wir damit beschäftigt an der Botschaft anzustehen, den äußerst wichtig aussehenden, korpulenten, aber nicht im Rahmen unseres Budgets korrupten Securitytypen anzustarren. Aber im Grunde genommen war seine Aufgabe notwendig. Denn eine hysterische Masse von Visa-Empfangs-Aspiranten drängelte sich so dicht an den Bauch des Securitymannes, dass dieser ganz verlegen ob dieser offenen Zuneigung, allesamt auf 1m Abstand halten musste und per Fingerzeig Einlass gewährte: sonst hätte es beim Beamten im Büro Chaos gegeben. Als wir letzten Endes auch durch das Tor schreiten durften, an der hübschen Frau vorbei, die uns nach metallenen Gegenständen untersuchte (leider mit einem Detektor) und dann vor dem großen Caesar der aserbaidschanischen Visa standen, kam die Ernüchterung. Zwar könne man alles ausfüllen (und mit Passfoto ausgestattet waren wir auch gut vorbereitet) doch würden die kein Finger rühren, ehe nicht Geld eingezahlt wurde! Cash! Bei einer Bank im Zentrum! Die gestern geschlossen hatte!!!
Also musste die Abgabe des Visaantrags auf heute Vormittag verschoben werden. Nachdem wir in US-Dollar zahlen sollten und dann doch lieber in Lari, bekamen wir die benötigte Empfangsbestätigung und konnten wieder zur Botschaft. In deutlich zivilisierterer, aber nicht attraktiver Masse warteten wir erneut vor dem selben Securitybauch und dem selben Tor.
Abgeben konnten wir alles. Ob es soweit in Ordnung war, erfahren wir - nicht vor Donnerstag! Denn morgen hat zwar die Bank geöffnet, nicht jedoch die Botschaft.
Also geht das Warten weiter. Bald würde es sich lohnen durch den Kaukasus zu fahren. Soll schön sein da...

Wenn wir das aserbaidschanische Visum aber tatsächlich erhalten sollten, dann können wir dennoch nicht problemlos nach Baku mit dem Zug fahren. Dies haben wir im Laufe des gestrigen Tages heraus bekommen! No bycicle in the train!!!
Es gibt wohl einen direkt-Bus nach Baku - am Montag! Zu spät!
Alternativ gibt es georgische Busse die an die Grenze fahren und von dort aserbaidschanische Busse die uns nach Baku bringen können. In umständlichen Gesprächen und mit viel Hilfe von englisch sprechenden Jugendlichen konnten wir herausbekommen, dass jeden Morgen um 9 wohl ein Bus fährt, der uns samt Fahrräder an die Grenze bringen könnte.
Zum Transportwesen in Aserbaidschan liegen uns keine weiteren Informationen bzgl Fahrräder vor! Aber sollten wir an der Grenze stranden, bleiben uns 5 Tage um das Land wieder zu verlassen und da wird sich wohl irgendwann ein LKW Fahrer erbarmen und uns mitnehmen... 

Zusammengefasst:
Visabeschaffung
- Gestern Unterlagen geholt, nicht abgeben können, weil Bank zum bezahlen wegen georgischen Feiertag zu. Kosten 20USD pro Nase für Transitvisum (71,50 georgische Lari)
- Heute bezahlt und abgegeben.
- Morgen nicht abzuholen wegen aserbaidschanischen Nationalfeiertag...
- dauert wohl üblicher Weise 24h, aber kann bis zu 1-3 Tagen dauern.

Weiterreise
- Donnerstag Visum abholen
- Do/Freitag Richtung Baku....
- Keine Fahrräder im Zug, so müssen wir die dolmush (kleinen Busse) zur georgisch-aserbaidachanischen Grenze nehmen. Dort dann hoffen und schauen, ob uns jemand von dort nach Baku oder zur aserbaidschanisch-russischen Grenze mitnimmt. Evtl mit bus. Aber da haben wir keine Info, ob die uns mit Fahrrädern mitnehmen werden. Notfalls trampen.

Sonntag, 25. Mai 2014

Tiflis

Ob es am überwiegend schönen Wetter liegt oder ob die Stadt per se interessant ist vermag ich nicht zu sagen. Doch es war ein toller erster Tag hier in Tiflis.
Das Stadtbild ist geprägt von seiner bergigen Lage. Kaum eine Möglichkeit ohne Berg auf oder ab zu gehen. Die Gebäude sind oftmals renovierungsbedürftig, aber nicht verfallen. Die öffentlichen bzw. die repräsentativen Gebäude meist gut heraus geputzt. Zusätzlich laufen seit gestern Abend die Vorbereitungen auf den morgigen Independence Day, sodass die Champs-Élysées Tiflis für Autos gesperrt war und wir sie zu fünft zum Fahrradhighway umfunktioniert haben - ohne Rücksicht auf Passanten und Panzer!
Am Nachmittag haben wir dann eine Einführung ins Slacklinen erhalten, über von Till hergestellte Kontakte zur Slacklineszene Tiflis. Ich hätte nie gedacht, dass auf einem Seil stehen 1. so schwierig und 2. so spannend sein kann. In jedem Fall haben wir uns nach eigener Einschätzung deutlich besser angestellt als noch beim Klettern - was aber keine Kunst ist, da unsere Kletterleistung wirklich miserabel war.

Das wichtigste für die Weiterfahrt allerdings ist wohl dass wir die aserbaidschanische Botschaft gefunden haben. Das ist insofern von Bedeutung, da wir dort den Visaantrag stellen müssen. Es ist insofern überraschend, da die Zählweise der Haus-/Blocknummern nicht dem westeuropäischen Standard entspricht. So liegt Hausnummer 4 nicht etwa zwischen 3 und 5 (für alle Klugscheißer: auf sie Idee auf der anderen Straßenseite zu schauen sind wir auch gekommen, aber da war nur ein Fluss!), sondern am Ende der Zahlenfolge ungerader Zahlen von 1-37...
Die Information, die wir dort erhalten haben lautete, dass die Botschaft morgen geöffnet hat. Der Feiertag gilt nicht auf aserbaidschanischen Boden. Skeptisch sind wir nur, weil die uns informierenden Securities auch meinten, dass am Mittwoch offen sei - dem Nationalfeiertag der Aserbaidschani... als wir werden uns morgen überraschen lassen...

Samstag, 24. Mai 2014

Tiflis oder wie geht's weiter mit der Städtereise

Also wir haben es nach Tiflis geschafft! Es kam auch wieder die Sonne heraus. Jetzt haben wir in Tiflis wieder alte Bekannte getroffen.
Till, mit dem wir in der Türkei von Samsun nach Trabzon gefahren sind.
Aiger, ein Lette mit dem wir aus Trabzon zusammen aufgebrochen sind.
Julia, eine Schwedin, die wir über Till kennen gelernt haben.
Diese drei reisen seit Batumi zusammen in Richtung Iran. In Batumi haben wir uns auch herzlich von denen verabschiedet, weil die ja über Tiflis gen Süden wollten und wir bekanntlich nördlich über den Kaukasus.
Nun treffen wir sie erneut. Wie klein die Radlerwelt ist.
Sie erscheint noch kleiner, wenn man bedenkt, dass wir wohl Olcay am Dienstag hier treffen werden.
Olcay war der Türke, der mit Klapprad und Anhänger gen Osten fahren wollte. Auch mit ihm sind wir in Samsun aufgebrochen. Nachdem sein Hänger einen Abgang machte und er einen Sponsor in Trabzon für ein neues Fahrrad gefunden hatte, dürfte seine Reise etwas einfacher sein.
Ursprünglich dachten wir, ihn in Sotchi zu treffen. Da aber bekanntlich keine Fähre für uns da war und auch er vergeblich in Trabzon auf die Fähre nach Sotchi wartete, beschloss er, uns auf dem Landweg zu folgen. Nach unseren Erfahrungen hat er sich umentschieden und kommt mit nach Aserbaidschan.
Jetzt bleiben wir die nächsten Tage hier in Tiflis. Am Montag versuchen wir, das Visum zu beantragen, was wohl nicht klappen wird, da hier der Tag der Unabhängigkeit gefeiert wird. Versuchen werden wir es dennoch.
Interessant war, dass uns heute auf der Abfahrt ein älteres französisches Ehepaar im Wohnmobil entgegenkam. Sie wollten wissen, ob die Grenze nach Russland offen sei. Als wir verneinten und die alternative Route über Aserbaidschan empfahlen, drehten sie um und werden das gleiche versuchen.

Freitag, 23. Mai 2014

Gudauri zum zweiten

Wieder an alter Stelle - Gudauri. Hier im Supermarkt/Café waren wir vor wenigen Tagen. Die Leute hier schauen uns etwas merkwürdig von der Seite an. Aber das sind wir ja gewohnt.
Wir haben also den höchsten Punkt hinter uns gelassen und ab jetzt gehts im Schnitt nur noch Berg ab - leider nicht immer!
Der Vorteil der Abfahrten sind, dass die Autos uns nicht mehr überholen werden da wir mindestens das gleiche Tempo haben :)

Morgen Abend sollten wir dann Tiflis erreichen. Bis dahin.

Plan A wie Aserbaidschan

Also, ab heute läuft der neue Plan A.
B-Routen gibt es keine! Der Ausflug in den Kaukasus hat sich gelohnt. Phantastische Landschaften entlang der georgischen Heerstr. Sie werden uns in Erinnerung bleiben.
Letztlich kann dieses Abenteuer bis zum Ende Georgiens auch als Training für das Altai betrachtet werden - easy!
Aber erst auf nach Aserbaidschan...

Donnerstag, 22. Mai 2014

Azerbaijan, here we come

Yesterday we arrived in beautifuln Stephansminda, wanting to cross the border after a wet an cold night (snow in may, why?!) and were stopped by a georgian policeman, 25 km from the border, 20 from the blocked road. He made clear to us that he would let no one pass and that we should go back. When we said something about our Kazakhistan visa ,he started to laugh. So far so good, we decided to stay a night and to ask around if there would be other ways to get to the border.
Later that day ,we found out, that the road will be blocked for at least 10 days and that the russians closed the border as long as the streets remains closed. So even sneaking around the policeman and the blocked road wouldnt have done us any good.
So we sat down to search for other options. The best we came up with is this one. We'll go back over the mountains, get a transit-visa for Kazakhstan, take the train to Baku ,the bus to the Russian border and cross there. Inschallah ,as we learned in Turkey. The fun part, besides going back over the mountains, is that we will meet Till and Aigar in Tblisi again. There just seems to be no getting rid of them. :-)
Since I cant add pictures of the planning and the policeman ,i'll add some others of the last few days.
The first one is with Johnny the honey dealer, his mate and Annie and Steve who are above 70 and cycled faster up the mountain than we us, though in our defence I have to say, that they had hardly any luggage.
In the third one it is snowing, although you cant really tell from the picture i think.

Von hier an blind

"Ich weiß nicht weiter, ich weiß nicht wo wir sind..." (Wir sind Helden, von hier an blind)

Die russisch/georgische Grenze, so haben wir gestern erfahren, bleibt solange geschlossen, wie der Pass nicht geräumt ist. Das ist insofern auch sinnvoll, da ohne Ein- und Ausreisende die Grenzbeamten nicht wirklich benötigt werden. Für uns jedoch ärgerlich, da es uns dir letzte Hoffnung nimmt unbemerkt an den Bauarbeiten vorbei zu schleichen.

Nach offiziellen Aussagen (einer von der Presse meinte sogar, dass diese Schätzung optimistisch sei) bedarf es mindestens 10 Tage ehe der Pass frei geschaufelt ist. So haben wir uns nach Alternativen umgeschaut.
Vorherigen Einträgen ist zu entnehmen, dass wir die Route durch den Kaukaus mangels Alternativen ausgesucht haben. Dies ist weiterhin korrekt. Es bleiben nur sehr abenteuerliche Alternativen zur Alternative. Da diese aktuell ausgesuchte Alternative 'Kaukasus' seit wenigen Tagen als aussichtslos erscheint (bzw. wir keinen Nerv haben 10 Tage oder länger in dieser schönen Gegend - wenn auch nicht so schön, dass man 2 Wochen hier verbringen mag), haben wir uns entschieden über Aserbaidschan nach Russland einzureisen - so der Plan!

Dies bedeutet, dass wir zurück nach Tiflis müssen, dort das Transit-Visum beantragen, dann mit Bus/Bahn nach Baku (AZE), von da aus an die russisch-aserbaidschanische Grenze mit Bus/per Anhalter und dann im Spurt die restlichen 800km nach Astrachan (RUS) bzw. zur russisch/kasachischen Grenze mit dem Fahrrad. Dabei wäre das frühste Einreisedatum für Kasachstan der 4.6. - gleichzeitig dürften wir aber auch nicht viel später da rüber, da wir einen engen Zeitplan haben um die Strecke bis zur letzten Ausreise aus Kasachstan zu schaffen (max. 60 Tage). Den frühsten Einreisetag wahrzunehmen und damit eine "entspannte" Durchreise zu haben, bedeutete von Xaçmaz (AZE) bis Astrachan 5 Tage lang 160km zu fahren - unrealistisch für Moritz! und auch nur dann, wenn wir innerhalb eines Tages es von Baku nach Xaçmaz schaffen (wie auch immer).

Neue Berechnungen haben aber ergeben, dass wir evtl. auch etwas später in Kasachstan einreisen können und damit dann bis dahin weniger Kilometer pro Tag schaffen müssten.

Also der Plan, wenn man ihn als solches bezeichnen mag, lautet:
- 22.5. Sightseeing Stepansminda
- 23/24.5. den Weg der letzten Tag zurück bis weiter nach Tiflis
- 25.5. Tiflis besichtigen und hoffentlich Till und Aiger treffen.
- 26.5. Visum für Aserbaidschan beantragen
- 27/28.5. mit dem Nachtzug nach Baku.
- 28.5. Baku nach Xaçmaz
- 29.5.-3.6. Xaçmaz nach Astrachan
So der Plan...

Mittwoch, 21. Mai 2014

Stepansminda und weiter

Sieht schlecht aus. Sind gerade in Stepansminda, weiter lässt die Polizei uns nicht. Wir haben Aussagen, dass der Spaß hier noch wenige Stunden bis zu 10 Tage andauern kann. Entsprechend wenig Informationen haben wir. Wir nehmen uns erst einmal ein Zimmer um zu trocknen. Die letzten Tage hat es nur geregnet und heute morgen sogar geschneit. Wir haben kurz hinter Gudauri gecampt, auf knapp 2300m.
http://maps.google.com/maps?q=42.48927,44.46522
Da es nicht aufhören wollte zu regnen sind wir halt klatschnass hier angekommen. Da es um die 5°C waren (in der Nacht an die Null) und durch den Fahrtwind die gefühlte Temperatur deutlich darunter haben wir jetzt keine Lust auf Zelten. Außerdem versuchen wir dann hier verlässliche Daten zu erhalten und evtl. Alternativen.
Also erstmal auftauen, trocknen und dann weitersehen.
Eindrücke vom Ort http://cyxymu.livejournal.com/1546134.html

Dienstag, 20. Mai 2014

Neue Möglichkeit?

Haben den Aufbruch zum Gletscherabbruch verzögert. Zu stark war der Wolkenbruch der letzten Nacht und den vergangenen Stunden. Jetzt sind die Sachen alle am trocknen und dann gehts los zur Erkundung. Dabei habe ich nochmal die Nachrichten gescheckt und bin auf eine weitere Möglichkeit gestoßen:  http://www.civil.ge/eng/article.php?id=27244
Es bleibt die Frage der Finanzierung :D
Englischsprachige Nachrichten gehen von bis zu zwei Wochen aus, derer es bedarf ehe die Straße wieder passierbar sein wird. Bewohner von vor Ort sagten uns, dass man von 7-12 Tagen ausgehe... aber das bezieht sich ja nur auf Autos und Lastkraftwagen. Mal sehen was wir mit Fahrrädern erreichen. Es hieß man müsse gut schwimmen können...

Montag, 19. Mai 2014

Update zur Blockade


Wir sitzen hier im Café, draußen hagelt es. Wir haben den Plan geändert. Ist zu weit bis zum Erdrutsch. 40km statt der gesagten 4km. Fahren statt heute ohne, morgen mit Gepäck hin und versuchen entweder zu Fuß rüber zu kommen oder dass uns ein Bagger rüber bringt...
Wenn es klappt dann gibt es bald Nachrichten aus Russland. Wenn nicht, melden wir uns womöglich von gleicher Stelle...

Vodka and blocked mountain passes

So far quiet a lot happened in our quiet short stay in georgia. We had our first two raindays in a row, we had our first buzz on the highway, we had the hottest days of our trip and for the first time we might have to turn back.
So first the rainy days. Actually nothing spectacular ,it just raoned for two days and we didnt like it because the Georgian roads we were on in these days were quiet full and it is no fun being overtaken by a truck with a safety distance of 60cm in the wet. This is why Cedric tried a different approach, being picked up ,as you can see in the picture below. Unfortunately for the truckers or for him ,i dont know but no one stopped.
The vodka incidence happened 3 days after batumi. We ran out of food after a very thin breakfast ans couldnt find any place where we could buy something to eat. The day was really hot and we were in the mountains. At around 12am we were getting really hungry and at 1pm we were starving when we saw a huge house beside the road with a bread painted on it. We went in to get some brea and when we came out we were invited to a drink by two old big guys sitting on the veranda in front of a table with delicious food. Polite as we are we kindly accepted the offer. As if we didnt know not to drink on a empty stomach. Luckily we were also invited to eat with them so we didnt have to push the bikes when we left an hour and another vodka later. I really think that the glasses are bigger here in Georgia ,or just with the two of them. What came then is predictable, we went to the next nice place to lay down, ate some more and took a nap. The next day we passed the Gomi-vodka factory and couldnt resist.
The other days were a little quieter, we met annoying(at least in my opinion)children who gave us a big Georgian flag, we slept on a porch ,30 meters off the highway, we rode on the motorway for one day and no one cared and we met a corean guy who travelled to georgia on a folding bike.
Now to the blocked mountain pass. As it turns out two days ago an avalance blocked the road 30 km ahead of us and we cant pass. What we will do about that we will see tomorrow. The best case scenario is that there is a way around the blocked area you can go by bike and its only the cars which have to stop, the worst case scenario is that we have to go back and find another point to get across to russia. So fingers crossed!

Vor dem (Lauf)Pass

18.5.2014
Womit soll ich anfangen? Es ist so viel spannendes passiert, aber die Pointe vorweg nehmen? Das was die Fahrt gerade so richtig spannend macht oder ihr ein Ende setzen kann!? Naja bis zum letzteren Fall müsste noch eine Menge geschehen. Doch bleiben wir chronologisch korrekt! Die Ungeduldigen können ja nach unten scrollen.
Wie bekannt haben wir uns mangels sinnvoller Alternativen für die Route durch Georgien entschieden und das Klettern im Kaukasus. Es war, so wie wir bis vor wenigen Stunden dachten die richtige Entscheidung! Tolle Landschaften durften unsere Augen bewundern. Die Straßen sind in Ordnung, die Autofahrer etwas irre, aber reaktionsschnell. In einem Land wo plötzlich Kühe, Schafe, Esel, Hunde oder eben Radfahrer vor einem auftauchen ist dies auch notwendig. Zwar fühlten wir uns zunächst verunsichert, aber rückblickend muss man konstatieren, dass in der Türkei deutlich mehr Totes auf den Straßen lag. Auf jeden Fall hupen die Georgier deutlich aggressiver und seltener zum Anfeuern, eher zum Warnen, wobei es ein rhetorisches Warnen ist, was vielleicht als Drohung verstanden werden sollte. Darüber hinaus verstehen die Autofahrer die grünen "Control"-Schilder erkennbar durch die abgebildete Kamera eher als moderne Form des Scoutings für die Formel 1. Mich oder vielmehr sie sollte es mal wundern, dass keine georgischen Formel1-Fahrer mitfahren...
Die Erfahrung, die wir mit Menschen außerhalb ihres Autos gemacht haben sind überwiegend positiv. Zwar sind sie zunächst sehr distanziert, aber wenn man sie anspricht, mit ihnen ins Gespräch kommt oder der Alkohol ihre Stimmung lockert, sind sie sehr herzliche Menschen. Also eher so wie wir in Deutschland und nicht so direkt ja fast aufdringlich wie die Türken (diese verallgemeinernden Aussagen basieren auf einer höchst repräsentativen Stichprobe einer von uns durchgeführten Studie - höchst subjektiv! Oder war das doch objektiv?)
Meist kriegt man noch weitere Äpfel geschenkt, wenn man eigentlich nur 6 haben wollte, weil die genau das maximal mögliche Packmaß haben - aber wir wollen ja höflich sein.
Genau so höflich waren wir auch, als wir einmal an einem sehr heißen Tag, an dem wir wenig zum Frühstück gegessen hatten und zum Mittag großen Hunger hatten. Es war der 75. Tag unserer Reise und der dritte seit Batumi, als wir eben Brot und Nüsse kaufen wollten und auf ein Glas Vodka eingeladen wurden. Die Frauen am Backen, die Machos...ich meinte die Männer, mit Bauchumfang der zum Ausdruck brachte, dass sie in ihrem Leben neben dem Vodka auch dem Essen fröhnen, auf ihren Stühlen/Sesseln thronend, die die Hierarchie klärten, forderten uns auf mitzutrinken - wir wollten ja nur höflich sein. Sie gaben uns auch ein wenig von ihren Essensresten ab, aber wir waren zu höflich, um so viel zu essen, dass wir gesättigt wären. Zum Essen gab es natürlich das zweite Glas Gomi-Vodka, sehr lecker... die Folgen wären wohl abzusehen gewesen, aber wir waren doch so höflich... entsprechend wenig fahrtüchtig haben wir uns nur aus Höflichkeit auf die Drahtesel geschwungen und sind zwei Kilometer gefahren - wohl auch recht gerade - unter anderem durch einen Tunnel, ehe wir uns ein Plätzchen zum Ausnüchtern suchten, was mit einer kleinen Mahlzeit eigentlich schon getan war.
Statt auf der tollen Landschaft, den Bergen und den wundervollen Bergflüssen baut das georgische Selbstverständnis auf dem leckeren Weißwein und dem (Gomi)Vodka auf. Ach! durch Gomi sind wir zufällig auch durchgefahren und mussten eine Flasche als Andenken mitnehmen. Mal sehen wieviel km/Liter die durchhält? (1. Vodka aus St.Petersburg war gut und hielt 1700km; der zweite war schlecht hielt aber genau so lange, weil wir irgendwann keine Lust mehr hatten ihn mit zu transportieren, ohne dass jemand davon nur nippte - so wurde er ala Geschmacksverstärker beim Kochen genutzt.)
Weitere nette Menschen waren ein Imker, dem wir ein Glas abkaufen wollten, aber aufgrund von Sprachproblemen (sein Deutsch war miserabel, immerhin hatte er wohl 2-3 Jahre Deutsch in der Schule, so vor 20-30 Jahren) bekamen wir leckeren Honig direkt aus dem Bienenstock zum probieren, ein Kaffee und eine Menge Kekse geschenkt. Nicht das was wir haben wollten, aber wir sind ja für unsere Höflichkeit bekannt! Als wir dann an einer anderen Stelle ein Glas Honig erwerben wollten, machten wir unsere erste schlechte Erfahrung. Das Glas am Straßenstand war ausgeschildert mit 15 Lari. Die Frau wollte uns gerne das Glas verkaufen und verschwand kurz im Haus, als sie sah, dass ich einen 20er zückte, wohl um Wechselgeld zu holen. Doch stattdessen kam sie wieder mit dem Glas eingetütet und Preisschild abgekratzt und verlangte genau die 20 Lari!!! Diese Dreistigkeit ließen wir uns nicht gefallen. Jeder Sprachbarriere zum Trotz konnten wir ihr klar machen, dass wir in diesem Fall den Honig an einer der nächsten Buden kaufen würden. So willigte sie laut meckernd ein. Wir können auch "unhöflich"!
Die letzte Geschichte die ich euch noch erzähle, ehe die Pointe kommt, handelt von einem tollen Platz, direkt am Wasser, wo wir uns waschen konnten - nebenbei solche Plätze hatten wir die meisten Tage hier in Georgien. Der einzige Unterschied zu den anderen waren zwei klitzekleine Fußballtore, die am Abend eine Schar von kleinen "Fußballspielern" anlockte. Erschöpft vom Tag haben wir normalerweise abends keine Lust uns noch irgendwie zum Hampelmann der Sprachen zu machen, aber diese einmalige Chance wieder gegen einen Ball zu treten ließ ich mir nicht entgehen, während Mo die andere Variante wählte: statt auf die Menschen zu zugehen wollte er lieber in Ruhe lesen - und hatte stets eine Handvoll Kinder um sich herum, die dafür auch großes Verständnis zeigten :D
Doch zum Clou:
Wir haben uns mangels Alternativen für den Weg durch den Kaukasus entschieden. Die Grenze ist die einzige Landgrenze zwischen Russland und Georgien, die für Ausländer unproblematisch nutzbar ist. Nur leider ist seit gestern der einzige Pass durch einen von Schneeschmelze ausgelöster Erdrutsch gesperrt...
Wir versuchen es dennoch. Morgen wird die Lage inspiziert. Alternativen? Eigentlich keine! Warten! Je nach dem wie lange, müssen wir womöglich Zeit per Anhalter oder Bahn gut machen. Ersteres wäre auch wieder ein lustiges Abenteuer. Letzteres bei den Verhältnissen der russischen bzw. kasachischen Bahn wohl auch.
Jetzt campieren wir aber erst mal an einem Wasserkraftwerk auf 1600m und haben wifi (bzw. Hatten kurzfristig. Pünktlich zum hochladen nur noch WLAN ohne Internet. Wir versuchen es morgen früh nochmal) Blick auf einen dieser blöden schneebedeckten Gipfel, in der Nähe weiden Wildpferde (haben zumindest kein Zaun, kein Zaum und kein Reiter) und neben uns fließt ein lauter Bergfluss (wahrscheinlich das blöde Abwasser von der Schneeschmelze...)
Wir sind hier: 42 26.788 N 44 28.775 O













Freitag, 16. Mai 2014

Vor den Toren Goris

Wir sind hier: 42 0.969 N 44 1.542 O


Schon lange bekannt, dass in Deutschland das Internet Neuland ist. Nicht so in Georgien. An einer Tanke nutzen wir schnell die Möglichkeit der wifi free zone.
Es gäbe so viel zu erzählen, aber da wir weiter wollen nur schnell das Nötigste:
Sind die M2 und jetzt die M1 in Richtung Tiflis gefahren. Zwei oder drei Tage Regen, aber seit gestern schönster Sonnenschein. Wir haben einige Hügelketten überwunden, aber die dürften garantiert als flach bezeichnet werden, wenn man bedenkt, was uns seit einiger Zeit zur unserer Linken begleitet. Schneebedeckte Berge über die wir noch drüber müssen.
Die Georgier haben einen noch aggressiveren Fahrstil als in der Türkei, was sich in erster Linie durch das häufigere Hupgeräusch bemerkbar macht und dass sie auf einer zwei spurigen Straße sich dreifach überholen und erst wenige Meter vor dem Gegenverkehr wieder auf ihre Spur zurück kommen. Aber das soll sich auf der M3 dann beruhigen... mal sehen. Wir fahren schön weit rechts und haben genügend Spiegel. Außerdem hupen die uns auch rechtzeitig an, dass wir noch auf den unbefestigten Seitenstreifen ausweichen können.
Die Menschen sind hier meist sehr hilfsbereit und herzlich, wenn man mit ihnen in Kontakt tritt. Sie sind weniger direkt als die Türken und schauen erst einmal skeptisch von der Ferne, wer da so muffig riecht. Aber weitere Details zu unseren meist positiven Erfahrungen demnächst...
Jetzt gehts erstmal weiter nach Gori, Stalins Geburtsort.

Montag, 12. Mai 2014

Auf dem Weg nach Russland

Bye bye Batumi...
Wir fahren mit dem Fahrrad durch den Kaukasus! Wir vermeiden Südossetien und fahren die M3 über die alte Heerstraße!
Wir ließen das Schicksal entscheiden. Wäre die Fähre heute gefahren wären wir über Sotschi gefahren, doch sie fährt erst am Freitag....
Also auf in die Berge. Bis bald...
Machbar ist es, wie folgender Blog suggeriert.

Das ist die geplante Route.

Nachtrag:
Wir haben vergessen, für die kommende Etappe das Kartenmaterial herunterzuladen. Ein Glück ist das noch im Cache bei Google Maps. Außerdem sind die Namen der großen Städte notiert. Wir alten Pfadfinder finden schon einen Pfad.

Sonntag, 11. Mai 2014

First steps in Georgien


Was ist neu?
Eine andere Sprache spricht man hier. Der Grenzbeamte betonte dies, als ich ihn versehentlich höflich auf türkisch anzureden versuchte mit den Worten: "no turkish! its Georgia here, stop turkish!"
Ich frage mich, was er damit zu Ausdruck bringen wollte...
Doch darüber hinaus grenzt sich das Land mit einer besonderen, geschwungenen Schrift von allem mir bisher Bekannten ab.
Ansonsten haben wir die Berge nicht mehr neben uns, sondern wirklich hinter uns gelassen. Seit Samsun bis kurz vor Batumi waren an unserer rechten Seite stets hohe bis sehr hohe Berge. Zuletzt sogar so hoch, dass Schnee auf den Gipfeln lag! Die Strecke blieb aber flach, sodass wir gut voran kamen.
Die eine Nacht zwischen den Herbergen im Trabzon und jetzt in Batumi schliefen wir im Zelt an einem Steinstrand. Heringe wurden mit Steinen beschwert, das Meer brandete nicht mal 3m vor unserem Zelt und die LKWs immerhin 20m hinter den Büschen. Doch wenn wir schlafen, dann stört uns auch kein LKW mehr. Das tollste aber war der beste Sonnenuntergang bis hier her.
Es ist hier eine sehr regenreiche Region, Rize ist die regenreichste Stadt der Türkei, Batumi liegt 100km davon entfernt und ist auch sehr humid, wobei wir laut Wiki mit Mai den regenärmsten Monat erwischt haben, mit nur 12 Regentagen (!!!) - toll also nur jeden dritten Tag Regen. Doch dafür haben wir es von Samsun über Trabzon bis hierher eigentlich recht gut erwischt. Zwar hatten wir mehr Regen als die gesamte Fahrt zuvor, doch sind wir entweder kaum selbst getroffen worden oder hatten anschließend die Möglichkeit uns im warmem zu trocknen. So war die Ankunft in Batumi von einem spektakulären Unwetter um uns herum geprägt. Erst 2-3km vor dem Stadtzentrum wurden auch wir erwischt. Doch 5min untergestellt und alles war vorbei.
Batumi ist recht klein und unspektakulär. Sehenswürdigkeiten sind der Boulevard (check), eine Festung am Eingang der Stadt (sind wir vorbei gefahren, check), die Aussichtsplattform zu erreichen über die Seilbahn (check)...
Jetzt warten wir nur noch auf sie Fähre. Leider haben sämtliche Offices geschlossen, da nicht nur Sonntag ist, sondern auch Ferien. Bisher konnten wir keinerlei Informationen bzgl Fähre erhalten oder nur sehr vage und meist für uns ungünstige (bspw. Abfahrt erst Mittwoch oder 150$), sodass wir überlegen doch über den Kaukasus zu fahren. Die ebene Strecke der letzten Tage war echt ode... und die vielen Städte in letzter Zeit lassen den Wunsch nach der Wildnis steigen. Sotschi kann man auch zu einem Formel1 Rennwochenende sehen oder 2018 zu WM!







Freitag, 9. Mai 2014

Von Komfort zu komfort

So, heute verlassen wir das Wohnheim Biltepe um vermutlich eine Nacht im Zelt zu verbringen, ehe wir in Batumi wieder im Hostel unterkommen werden. Es sind 200km bis dahin und wir planen 2 Tage zu fahren, kommen aber erst gegen 12 Uhr los, da wir zusammen mit einem Letten fahren wollen, der erst dann los kommt, da er noch einen Vortag in der Uni hier hält (http://lauzis-ontheroad.tumblr.com/). Wir lernten ihn gestern kennen, als er im Stadtzentrum mit seiner Trommel saß (und darauf trommelte) und sich so etwas Geld verdiente - vielleicht ist das auch ein Konzept für uns...
Wie freuen uns ihn nun etwas besser kennen zu lernen, leider lassen wir Olcay und Till zurück. Till sehen wir wohl erst irgendwann in Deutschland wieder. Er hat gestern innerhalb von 5h sein Iran Visum beantragt und erhalten. Olcay treffen wir evtl. in Sotchi wieder. Er setzt sobald er sein Fahrrad hat von Trabzon dahin über.

Samstag, 3. Mai 2014

Samsun adé

Wir haben die Visa!!!

Jetzt geht es auf nach Batumi!
Aller Voraussicht nach werden wir das in 10-14 Tagen erreichen. So genau haben wir uns die Strecke nicht angeschaut, hatten hier vor lauter Pausen und Langeweile kaum Zeit, aber ist ja eigentlich immer nur geradeaus am Meer entlang.

Doch kaum ist die eine Sache geklärt, erscheint schon das nächste Problem! Seit kurzem ist der von uns anvisierte Grenzübergang von Georgien nach Russland, bei Adler kurz vor Sotschi gesperrt und vor Reisen in dieses Gebiet wird auf der Seite des auswärtigen Amtes gewarnt. Dafür ist ein ehemals geschlossener Grenzübergang im Kaukasusgebirge geöffnet worden....
Wir fahren nun bis Batumi und entscheiden dann dort, ob wir mit der Fähre nach Sotschi über setzen um unseren Fahrplan einzuhalten und durch die Fähre auch die in Samsun verlorene Zeit einzuholen oder ob wir durch das bis zu 4000m hohe Gebirge "abkürzen"...

Wir lassen uns und euch überraschen - in Batumi! Bis dahin.