1 - 3 sportliches und wetterphänomenologisches Spektakel noch in Georgien, Nacht nach Tiflis
Vier Laufräder, zwei Mann, eine Idee: Radtour in die Mongolei... "und wenn wir schon mal da sind, dann fahren wir doch gleich nach Peking" (Moritz)
Sonntag, 8. Juni 2014
Bilder der letzten Wochen
1 - 3 sportliches und wetterphänomenologisches Spektakel noch in Georgien, Nacht nach Tiflis
Dienstag, 3. Juni 2014
Trampen für Fortgeschrittene
Wir fuhren am selben Tag noch bis rund 20km vor die Grenze, rote Brücke, im Süd-Osten des Landes. Uns erwartete ein herrlicher Sonnenuntergang im Westen und ein anrückendes Gewitter im Südwesten. Es war ein tolles Spektakel, welches wir von einer Anhöhe beobachteten, ehe wir pünktlich zum ersten Regenguss das Zelt weiter im Tal aufgebaut hatten.
Der nächste Tag war dann der schnellste... knapp 600km in nur 10 Stunden inklusive Grenzübertritt. Sowohl die Georgier als auch die Aserbaidschani waren unkompliziert. Wir ernteten zwar wie gewohnt viel Kopfschütteln, lachen (ob auslachen oder freudige Teilnahme wissen wir nicht) und Schulterklopfen für unsere Radreise. Dabei haben gerade in letzter Zeit die Routine und unser Selbstverständnis sowie der Kontakt zu den vielen anderen Reisenden gezeigt, dass unsere "Aktion" eigentlich gar nicht so außergewöhlich/überragend/überwältigend ist, bestenfalls interessant.
Trampen mit LKWs schien an dieser Stelle utopisch, da alle LKWs für den Transit verplombt waren (konnten wir in einem 15min Dialog mit einem türkischen Fahrer herausfinden; apropos türkisch: damit kommt man in Aserbaidschan ähnlich weit wie mit russisch oder englisch in Deutschland.)
Doch tatsächlich kamen wir heile in Baku an. Wir hielten unterwegs öfter an, um an einer der vielen defekten Bankautomaten zu versuchen Geld abzuheben, was uns erst im ca. vierten Versuch gelang. Dies war auch notwendig, da der Fahrer unser Geld benötigte um tanken zu können.
5km vor Ankunft gabelten wir den Chef des Fuhrunternehmens auf, welcher das Steuer übernahm und sofort begann den bisherigen Fahrer wüst zu beschimpfen - vermutlich weil er so lange benötigt hat! 6-7h für 500km auf der Autobahn, welche bestenfalls Landstraßenniveau hatte, zum Teil noch in Bau befindlich und in Deutschland wohl dauerhaft auf 60km/h begrenzt gewesen wäre. Aber die Kritik war vollkommen angebracht, wenn man bedenkt, dass der Chef im Stadtverkehr zur RushHour den gleichen Schnitt hinlegte wie unser Fahrer zuvor auf der "Autobahn".
Gegen 19uhr stiegen wir äußerlich unversehrt aus; so auch die Fahrräder.
Die letzten 70km bis kurz vor die Grenze fuhren wir dann einfach mit dem Fahrrad.
So hatten wir binnen zwei Tage das ganze Land durchquert - mit Fahrrad ;)
Die Nacht hatten wir auf irgendeinem Feld kurz vor der Grenze verbracht (Karte). Die Autobahn für die letzten Meter entpuppte sich als eine im Bau befindliche Schotterstraße.
Das Land zu verlassen dauerte verhältnismäßig lange und war geprägt von (so aus Sicht eines naiven-das-große-Ganze-nicht-überschauenden Radfahrers) sinnloser Kontrollwut. Die Autos wurden komplett ausgeladen, das Gepäck gescannt, das restliche Auto durchsucht. Unvorstellbar, dass dies vor nicht all zu langer Zeit auch an jeder innereuropäischen Grenze üblich war. Und das Ganze war so überflüssig! Alle duften am Ende passieren, niemand wurde verhaftet, nichts wurde konfisziert... Doch die Beamten waren nett, es gab das bereits bekannte Schulterklopfen, Kopfschütteln etc. und (wer hatte das gedacht, außer die neuen politischen Rechten im europäischen Parlament): "Rassismus verbindet die Völker" (ein auf einer Radreise befindlicher Politikstudent). Während ich mit unseren Pässen anstand (die Lieblingsbeschäftigung des Tages), scherzte Mo mit dem Obermacker! Er erklärte ihm die geplante Route, unter anderem das Ziel China damit, dass er die Augen zu Schlitzen verzog. Das verstand der Obermacker, lachte und ein Freund war gewonnen
Angenommen im Niemandsland gab es kein zurück mehr! Doch leider erklärte uns der erste russische Offizier, dass dieser Grenzübergang nach Russland für Fahrräder verboten sei. Wir waren gefangen im Niemandsland - für 10min. Da nahm uns ein Abschleppwagen mit. Nach etlichen weiteren Passkontrollen und insgesamt 4h, bei denen wir die meiste Zeit einfach sinnlos warteten, waren wir im gelobten Land - zumindest öffnete der letzte Grenzpolizist das Tor genau so auf.
Die ersten Menschen auf die wir trafen unterbreiteten uns ein Angebot für 100$ uns 250km zu fahren. Es folgte unsere bekannte Reaktion, nur dass es noch nicht dämmerte. Wir fuhren, Grenzerfahren wie wir waren, etwas von der Grenze weg, um die Chance auf unverplompte LKWs zu erhöhen. Doch es kam alles ganz anders.
Wir standen 10min an einem idealen Platz zum trampen. Die LKWs zischten an uns vorbei, als plötzlich ein Lada anhielt und ein dicker Mann in rotem Hemd mit schönem Pornobalken ausstieg. Es fehlte nur noch die große Sonnenbrille und er sähe aus wie ein aufgegangener Magnum. Zunächst interessierte er uns nur peripher, da sein kleiner Wagen zu klein für unsere Masse an Gepäck und Fahrrädern war. Doch (unsere Höflichkeit haben wir an anderer Stelle bereits geschildert) erteilten wir ihm die Erlaubnis uns anzusprechen. Es sollte unsere beste Entscheidung an diesem Tag gewesen sein.
Zunächst unterstütze er uns beim anhalten von Autos. Der erste Transporter der anhielt wurde solange bequatscht, bis er uns mitnahm. Der Magnum folgten uns in seinem Lada. Nach 30km endete die Reise - fürs erste... der Magnum enttarnte sich als Straßenpolizist, was ihm wohl den nötigen Respekt verschafft hatte, der Transporterfahrer zu überzeugen uns mitzunehmen. Da leider der Transport nicht weiter fuhr, wies uns der Magnumpoliszist an 10km bis Derbent zu fahren - mit Fahrrad! Ungewöhnliches Gefühl: so langsam, so empfindlich - passt gar nicht zu unserem in denn letzten Stunden abgeguckten befehlendem Verhalten! Wir sollten also mit dem Fahrrad weiter und an der nächsten Polizeistation halten. Gesagt getan! Was eine Polizeistation. Hier in der Gegend Dagestan sind an größeren Kreuzungen stabile Polizeistationen/-festungen deren Bewacher mit großen Gewehren ausgestattet sind. Die Polizisten meinten die Gegend Dagestan sei gefährlich, wegen der hiesigen Menschen; ob sie sich selbst damit meinten?
Wir trafen unseren Magnum wieder und er gab uns Geleitschutz durch den nächsten Tunnel und den folgenden 5km bis zur nächsten bewachten Station. Dort übergab er uns seinen Kollegen und verabschiedete sich. Die Kollegen hatten die Aufgabe unseren nächsten Lift zu organisieren. Mit Schlagstock, Trillerpfeife und Gewehr ausgerüstet hielten sie einen Transporter an. Wir hatten ein schlechtes Gewissen: sollten nun die Bürger gezwungen werden uns mitzunehmen? Der Transporter war voll.
Mit Sicherheit sind die Menschen hier gefährlich! Wir kennen bei der polizeilichen Willkür hier auch den Grund dafür; es ware verwunderlich, wenn man da nicht gefährlich werden würde! Doch was beschwere ich mich? Es war doch für einen guten Zweck - für uns!
Ja wäre die Polizei in Deutschland mal so hilfsbereit wie hier!!! Aber dafür müssten sie Regeln brechen, die es hier gar nicht zu geben scheint. Angehalten wurden nicht die Autos mit waghalsigen Manövern direkt vor der Polizeistation, sondern nach gut dünken Freunde zum Scherz, Feinde aus Schikane!
Aber wie gesagt, ohne polizeiliche Mithilfe hätten wir wohl nicht so schnell und so unkompliziert einen "freiwilligen" (James T. Kirk) Lift bekommen. Gepäck nach unten, Fahrräder in den Innenraum im Gang und ab ging die Post! Die Fahrweise war die bekannte: Überholvorgang auf der Landstraße ist easy, eine Hand am Handy, eine am Schaltknüppel, eine... Moment ein Mensch hat doch nur zwei Hände...
Wir klärten, dass wir nicht bis mach Sotschi (dem Reiseziel) oder Grozny mitfahren wollten, sondern nur bis Khasavyurt. Wobei Sotschi wohl auch reizvoll gewesen wäre...
Man organisierte uns abermals einen Reisebus, der uns zu einem 300km näher gelegenen Posten brachte, wo wir an die nächsten Innerrussischen Grenzbeamten übergeben wurden. Die organisierten uns dann ein Auto aus Bulgarien, welches seit vier Tagen unterwegs aus Varna war - auf den Weg nach Astana... ganz bis dorthin wollten wir nun nicht, auch wenn es verlockend war. Aber sie brachten uns bis 30km vor Astrachan. Da wir uns verfahren hatten kamen wir erst un 2:00 nachts an und bauten abermals im Dustern das Zelt auf - unter einem phantastischen Sternenhimmel!
Die Nacht war wieder windig - kaspische Meerwinde, so sagte man uns, scheinbar normaler Zustand! Am nächsten morgen kurz bevor wir uns daran machten, das Zelt abzubauen, gab eine der Zeltstangen unter der Last des Windes nach. In Astrachan müssen wir also Reparaturen organisieren. Wir gaben auf dem Weg dorthin auch dem Wind nach, da wir die letzten 30km nicht mit 10km/h fahren wollten und hatten Glück, dass wir mit einem selbst organisierten Transporter ins Stadtzentrum mitgenommen wurden.
Jetzt konnten wit das erste Mal wieder Geld abheben und hatten sofort freien Wifi-Empfang. Die Chance wird natürlich gleich genutzt, euch auf den neusten Stand zu bringen.
Der Ausgemusterte und der Kriegsdienstverweigerer ganz gierig am Gewehr!
Montag, 2. Juni 2014
Finally Russland!
Donnerstag, 29. Mai 2014
AZ Visa - liveticker
9:20
+++ Till verabschiedet. Er versucht Aigers auf dem Weg nach Yerevan einzuholen +++
10:00
+++ An der Botschaft!
Der Andrang ist wieder größer, die Masse hysterischer; Olcay ist da. +++
10:05
+++ die Masse von Security lässt die erste Person eintreten +++
10:06
+++ die Masse wird aufdringlicher. Nicht nur die Sonne wärmt, sondern auch die Nähe zu den haarigen LKW - Fahrern +++
10:08
+++ ist es ein Aufnahmekriterium als LKW-Fahrer dick und haarig zu sein, eine Folge des Berufs oder haben sich nur dicke und haarige LKW-Fahrer hier eingefunden? +++
10:09
+++ Olcay darf eintreten! Gibt seine vorbereiteten Visaunterlagen ab! +++
10:10
+++ Olcay kommt wieder heraus - unverletzt! Darf am Montag alles abholen. GMT!? +++
10:15
+++ wir dürfen eintreten! Die nette Frau mit dem Metalldedektor kennt uns, wir kennen das Prozeder: Handy aus, alles metallische auf den Tisch legen und dann... was? Sie lässt uns ohne zu scannen passieren. Als nächstes gehen wir noch mit ihr Abendessen? Die Uniform steht ihr! +++
10:17
+++ ohne Visum verlassen wir das Gebäude. Um 14 Uhr sollen wir eine Nummer anrufen, die nach Aussagen schwedischer Mitleidender stets besetzt ist. Dann erfahren wir ob die Visa abholbereit sind oder nicht. +++
10:18
+++ Nummer notiert; Entscheidung getroffen: 16 Uhr gehen wir in jedem Fall hin +++
11:00
+++ mit Olcay kommen wir in unserem Hostel an. Er wird hier einziehen. Mal sehen ob wir auch bleiben müssen? Das Zimmer ist groß genug. Wir haben optimistisch wie wir sind fertig gepackt! +++
12:00
+++ noch 2 h Langeweile bis zum Telefonat. Weiß jetzt wie das ist, wenn bei einem Fußballspiel nichts passiert und die Live-Ticker-Schreiber dennoch etwas schreiben - die machen das aus reiner Langeweile! Hier scheint die Sonne. In Deutschland wohl nicht überall - wir wünschen euch allen dennoch einen schönen Feiertag. +++
13:45
+++ die Geschichte mit dem Plätzen wiederholt sich. Entweder ist Mo inkompetent oder der Schlauch ist hinüber. Gestern erster, zweiter und dritter Platten. Heute morgen vor Abfahrt repariert. Jetzt gerade erneut reparieren müssen! +++
13:59
+++ gleich wird angerufen +++
14:16
+++ AFFEN!!! Die Schweden hatten recht. Man wird durchgestellt und dann wird die Verbindung unterbrochen! Also 16:00 wir kommen! +++
15:11
+++ Hunger! Ein mir nicht unbekanntes Gefühl. Lösung wird Moritz jetzt vorgeschlagen! Wir holen uns hier meist beim Bäcker was zu. Essen ist fettig und salzig! +++
15.40
+++ Tee trinken gegen die Nervosität! Hilft da Schwarztee? +++
15.47
+++ hat nicht geholfen. Nervös, voller Vorfreude und bereit für die Enttäuschung wollen wir los! Mos Hinterreifen sieht verdammt platt aus! Diät verschreiben? +++
16:00
+++ die alte bekannte Masse. Wir haben einige neue Freunde gefunden. Ist es Rassismus, dass dies alles englischsprachige Europäer sind - keine Türken? +++
16:10
+++ ein Holländer darf rein +++
16.11
+++ ein Kanadier darf rein; der Holländer kommt enttäuscht heraus. +++
16.12
+++ der Kanadier kommt enttäuscht heraus; der Holländer fährt mit seinem Motorrad davon und schreit etwas von Planänderung; er fährt halt in die Türkei! +++
16.13
+++ der Kanadier wird über die Sprechanlage nochmals herein gerufen! Alles nur ein Scherz? + + +
16:15
+++ Einlass auch für uns. An der hübschen Frau vorbei (die arme steht nun in der prallen Sonne; ob man ihr ein Eis anbieten darf? Sie sieht nicht freundlich genug dafür aus, als dass man es riskieren sollte; viel zu pflichtbewusst)
+ + +
16.16
+++ drinnen warten eine Menge Menschen. Wir sehen den Kanadier! Die Visa müssen gleich da sein.
+++
16.17
+++ die Schweden treten ein +++
16.35
+++ die Schweden kriegen ihre visa! Wir waren doch zuerst da! Nur weil wir deutsche sind! Das ist doch unfair! +++
16.40
+++ lauter Türken kriegen beim reinkommen gleich ihr Visum ausgehändigt. Der Kanadier kriegt sein Visum!!! Aber wir sind deutsche! Warum kriegt der Kanadier und wir nicht... +++
16.59
+++ ja!!!! Wir haben unsere Visa!!!
Auf nach Hause packen und ab die post gen Grenze. Morgen rein da und dann auf zur nächsten Grenze per Bus oder per Anhalter!!! +++
17.01
+++ Mo hat einen Platten +++
17.30
+++ platten repariert +++
Das Spiel ist aus ein neues beginnt. Bis bald an gleicher Stelle!
Mittwoch, 28. Mai 2014
In Tiflis - Dreh- und Angelpunkt
Ich habe mich bei der Formulierung des Titels zunächst verschrieben. Warum hat die Autokorrelationsfunktion bei der Eingabe "in Tiflis" mir zunächst "unnötig" vorgeschlagen? Fungiert die Technik doch als eine höhere Macht? Dabei ist der Stop hier vielleicht nicht planmäßig, aber hier haben wir tolle Menschen kennengelernt und wieder getroffen.
Tiflis scheint nach Trabzon der nächste Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Reisender dieser Welt zu sein (nur will niemand nach Kasachstan oder in die Mongolei - gibt es da einen Grund? Die meisten drehen hier gen Süden ab, gen Iran/Indien)
Die ersten zwei Nächte in Tiflis sind wir in einer WG untergekommen, wo Aigers und Till nächtigten. Moritz und ich konnten aber nicht länger bleiben und haben uns daher ein Hostel gesucht. Wichtigstes Auswahlkriterium war der Preis. Die Suche nach dem Hostel erfolgte am Montag nach dem ersten, ernüchternden Besuch bei der Botschaft. Vor einer der Hostels die wir miteinander vergleichen wollten, trafen wir Pavel, Manuel und Norbert - drei Radler aus Deutschland, die zum Teil die gleiche Strecke gefahren sind wie wir. Zuletzt den erschöpfenden Teil durch die Türkei.
Die ersten beiden sind am 1.4. in Deutschland gestartet und durch Osteuropa ähnlich herum geirrt wie wir; nur schneller. Deren Ziel ist Indien. Unter www.staubspuren.de könnt ihr sie weiter verfolgen. Norbert haben sie unterwegs in der Türkei irgendwo getroffen. Er möchte zunächst ähnlich wie wir über Russland nach Kasachstan einreisen, mit den Fernziel Fernost Asien. Geplant ist ähnlich wie Olcay der Weg südlich aus Kasachstan raus. Ursprünglich wollte Norbert wohl auch durch den Kaukasus, aber auch ihm machte der Erdrutsch einen Strich durch die Rechnung.
Doch ehe wir sie gestern zum Abendbrot besser kennen lernen konnten, hatten wir den Abend zuvor, nachdem wir unser billiges (nicht nur günstig) Hostel bezogen hatten einen schönen Abend mit Till, Aigers, Julia, Mark und Jana. Drei Radreisende, zwei Wanderer/Anhalter.
Es war ein langer und schöner Abend mit interessanten Biographien und tollen Gesprächen. Es ist faszinierend mit welchen unterschiedlichen Intentionen die verschiedenen Menschen unterwegs sind und gleichzeitig aber alle irgendwie einen gemeinsamen Nenner haben, der über das Reisen hinaus geht. Spannend ist auch, dass in dieser Gruppe die in weiten Teilen der Welt diskriminierte Minderheit von Vegetariern in dieser Runde plötzlich die Mehrheit stellte - also ich war der einzige normale! Aber prinzipiell sind ja alle Außenseiter außer mir.
Aber apropos Olcay! Er ist wohl gestern gut in Tiflis angekommen. Hatte unterwegs, wenn wir es richtig verstanden haben, wohl bereits zwei Speichenbrüche an seinem neuen Fahrrad, aber lest selbst: http://seyrupedal.com oder bei Facebook: https://facebook.com/seyrupedal
Wir hatten auch unseren ersten Speichenbruch! Irgendwann am Sonntag an Mos Hinterrad. Konnten es gestern hier reparieren lassen. Dabei haben wir zum wiederholten Male die GMT kennengelernt: Georgian Maybe Time! Alles geht, nichts muss und auf keinen Fall zum vereinbarten Zeitpunkt. Wir waren gegen 12 dort und haben alles geklärt. Der Typ sagte, dass wir die Räder dann so in 2 Stunden wieder abholen könnten - halt so gegen 16Uhr!!!
Fatal wenn es dringend ist! Doch frei von jedem Zeitdruck haben wir die Wartezeit mit Julia, der Schwedin (https://www.facebook.com/events/552485031471328/?source=3&source_newsfeed_story_type=regular) im Park gesessen und unter anderem einer kleinen Widerstandsgruppe gegen den Bau eines Hotels mitten im Park beigewohnt. Die campieren dort und halten 24h Wache, dass der Bau nicht fortgeführt werden kann. https://facebook.com/Tbilisitrees
Heute haben wir dann Aigers verabschiedet. Er ist nun weiter auf dem Weg nach Yerevan: http://lauzis-ontheroad.tumblr.com/
Ebenfalls Tiflis verlassen haben Mark und Jana, die Wanderer und Anhalter. Mark, Britte, wandert seit über einem Jahr durch die Gegend und hat in Deutschland Jana kennengelernt. Seit dem reisen sie zu zweit weiter (http://dierumtreiberin.wordpress.com/)
Bei herrlichem Sonnenschein haben wir dann den Nachmittag im botanischen Garten verbracht und die Zeit genutzt diese paar Zeilen anzufertigen.
Der botanische Garten ist wirklich schön. Zwar wenig farbenfroh aber mit vielen Schatten spendenden Bäumen. Es wäre hier zu mühsam alle Baumarten aufzuzählen; ich wüsste auch gar nicht ob ich dies in latein, altgriechisch, in der botanischen Bezeichnung oder allgemeinverständlich machen sollte. Aber was die meisten gemein hatten war, dass die Blätter grün waren!
Im Herzen des Parks war ein schöner Wasserfall!
Heute abend treffen wir dann endlich Olcay und sind gespannt was er zu erzählen hat!
Dienstag, 27. Mai 2014
Zwischen den Feiertagen auf dem Weg zum Visum
Zu feiern ist uns nicht zumute.
Gestern war der georgische Nationalfeiertag und wir haben ihn nur peripher wahrgenommen.
Zu sehr waren wir damit beschäftigt an der Botschaft anzustehen, den äußerst wichtig aussehenden, korpulenten, aber nicht im Rahmen unseres Budgets korrupten Securitytypen anzustarren. Aber im Grunde genommen war seine Aufgabe notwendig. Denn eine hysterische Masse von Visa-Empfangs-Aspiranten drängelte sich so dicht an den Bauch des Securitymannes, dass dieser ganz verlegen ob dieser offenen Zuneigung, allesamt auf 1m Abstand halten musste und per Fingerzeig Einlass gewährte: sonst hätte es beim Beamten im Büro Chaos gegeben. Als wir letzten Endes auch durch das Tor schreiten durften, an der hübschen Frau vorbei, die uns nach metallenen Gegenständen untersuchte (leider mit einem Detektor) und dann vor dem großen Caesar der aserbaidschanischen Visa standen, kam die Ernüchterung. Zwar könne man alles ausfüllen (und mit Passfoto ausgestattet waren wir auch gut vorbereitet) doch würden die kein Finger rühren, ehe nicht Geld eingezahlt wurde! Cash! Bei einer Bank im Zentrum! Die gestern geschlossen hatte!!!
Also musste die Abgabe des Visaantrags auf heute Vormittag verschoben werden. Nachdem wir in US-Dollar zahlen sollten und dann doch lieber in Lari, bekamen wir die benötigte Empfangsbestätigung und konnten wieder zur Botschaft. In deutlich zivilisierterer, aber nicht attraktiver Masse warteten wir erneut vor dem selben Securitybauch und dem selben Tor.
Abgeben konnten wir alles. Ob es soweit in Ordnung war, erfahren wir - nicht vor Donnerstag! Denn morgen hat zwar die Bank geöffnet, nicht jedoch die Botschaft.
Also geht das Warten weiter. Bald würde es sich lohnen durch den Kaukasus zu fahren. Soll schön sein da...
Wenn wir das aserbaidschanische Visum aber tatsächlich erhalten sollten, dann können wir dennoch nicht problemlos nach Baku mit dem Zug fahren. Dies haben wir im Laufe des gestrigen Tages heraus bekommen! No bycicle in the train!!!
Es gibt wohl einen direkt-Bus nach Baku - am Montag! Zu spät!
Alternativ gibt es georgische Busse die an die Grenze fahren und von dort aserbaidschanische Busse die uns nach Baku bringen können. In umständlichen Gesprächen und mit viel Hilfe von englisch sprechenden Jugendlichen konnten wir herausbekommen, dass jeden Morgen um 9 wohl ein Bus fährt, der uns samt Fahrräder an die Grenze bringen könnte.
Zum Transportwesen in Aserbaidschan liegen uns keine weiteren Informationen bzgl Fahrräder vor! Aber sollten wir an der Grenze stranden, bleiben uns 5 Tage um das Land wieder zu verlassen und da wird sich wohl irgendwann ein LKW Fahrer erbarmen und uns mitnehmen...
Zusammengefasst:
Visabeschaffung
- Gestern Unterlagen geholt, nicht abgeben können, weil Bank zum bezahlen wegen georgischen Feiertag zu. Kosten 20USD pro Nase für Transitvisum (71,50 georgische Lari)
- Heute bezahlt und abgegeben.
- Morgen nicht abzuholen wegen aserbaidschanischen Nationalfeiertag...
- dauert wohl üblicher Weise 24h, aber kann bis zu 1-3 Tagen dauern.
Weiterreise
- Donnerstag Visum abholen
- Do/Freitag Richtung Baku....
- Keine Fahrräder im Zug, so müssen wir die dolmush (kleinen Busse) zur georgisch-aserbaidachanischen Grenze nehmen. Dort dann hoffen und schauen, ob uns jemand von dort nach Baku oder zur aserbaidschanisch-russischen Grenze mitnimmt. Evtl mit bus. Aber da haben wir keine Info, ob die uns mit Fahrrädern mitnehmen werden. Notfalls trampen.
Samstag, 24. Mai 2014
Tiflis oder wie geht's weiter mit der Städtereise
Till, mit dem wir in der Türkei von Samsun nach Trabzon gefahren sind.
Aiger, ein Lette mit dem wir aus Trabzon zusammen aufgebrochen sind.
Julia, eine Schwedin, die wir über Till kennen gelernt haben.
Diese drei reisen seit Batumi zusammen in Richtung Iran. In Batumi haben wir uns auch herzlich von denen verabschiedet, weil die ja über Tiflis gen Süden wollten und wir bekanntlich nördlich über den Kaukasus.
Olcay war der Türke, der mit Klapprad und Anhänger gen Osten fahren wollte. Auch mit ihm sind wir in Samsun aufgebrochen. Nachdem sein Hänger einen Abgang machte und er einen Sponsor in Trabzon für ein neues Fahrrad gefunden hatte, dürfte seine Reise etwas einfacher sein.
Ursprünglich dachten wir, ihn in Sotchi zu treffen. Da aber bekanntlich keine Fähre für uns da war und auch er vergeblich in Trabzon auf die Fähre nach Sotchi wartete, beschloss er, uns auf dem Landweg zu folgen. Nach unseren Erfahrungen hat er sich umentschieden und kommt mit nach Aserbaidschan.
Freitag, 23. Mai 2014
Gudauri zum zweiten
Wieder an alter Stelle - Gudauri. Hier im Supermarkt/Café waren wir vor wenigen Tagen. Die Leute hier schauen uns etwas merkwürdig von der Seite an. Aber das sind wir ja gewohnt.
Wir haben also den höchsten Punkt hinter uns gelassen und ab jetzt gehts im Schnitt nur noch Berg ab - leider nicht immer!
Der Vorteil der Abfahrten sind, dass die Autos uns nicht mehr überholen werden da wir mindestens das gleiche Tempo haben :)
Morgen Abend sollten wir dann Tiflis erreichen. Bis dahin.
Plan A wie Aserbaidschan
Donnerstag, 22. Mai 2014
Von hier an blind
- 22.5. Sightseeing Stepansminda
- 23/24.5. den Weg der letzten Tag zurück bis weiter nach Tiflis
- 25.5. Tiflis besichtigen und hoffentlich Till und Aiger treffen.
- 26.5. Visum für Aserbaidschan beantragen
- 27/28.5. mit dem Nachtzug nach Baku.
- 28.5. Baku nach Xaçmaz
- 29.5.-3.6. Xaçmaz nach Astrachan